Gladigau l Die Erbschleicher kommen! In den „Dörpschen Krug“ Gladigau und das gleich 18 mal. So viele Auftritte kündigt das Dorftheater Gladigau an. Die Premiere der plattdeutschen Komödie „De Arvsliekers“ ist am 7. März, der Vorhang schließt sich am 29. März. Ein Marathon, den sich die Laiendarstellen da zumuten. „Ein, zwei Vorstellungen, uns zur Freude und den Verwandten zur Erheiterung, an mehr war am Anfang nicht gedacht“, sagt Regisseur Norbert Lazay. „Das jetzt artet natürlich in Arbeit aus.“ Arbeit aber auch, die Spaß macht.

Jetzt also „De Arvsliekers“, Intendanz von Horst Bannehr, geschrieben von Elke Rahm, ins norddeutsche Platt übertragen von Heino Buerhoop. Und hier ins Altmärker Platt gehievt unter Fachberatung von Ursula Müller. Norbert Lazay hat aber noch ein bisschen mehr an dem Stück gedreht, es zeitlich aus der Jetztzeit in die 1960er Jahre umgeschrieben und es „veraltmarkt“. Insofern, als die Besucher im Stück von ihnen bekannten Orten hören werden. Dass mit den 1960er Jahren habe abseits der „schönen Zeit“ auch einen ganz praktischen Sinn: „Unsere Leute wollen sich verkleiden.“ Und eben nicht mit Smartphone und in Jeans auf der Bühne stehen.

Statt sonst sechs bis acht Personen haben dieses Mal zehn Leute eine Rolle bekommen. Das heißt ganz genau neun, denn Bernd Zimmermann spielt eine Doppelrolle, tritt als Notar und als Reporter auf. Im Mittelpunkt aber steht Johann Motzmann (Otto Kaufmann). Er feiert seinen 80. Geburtstag, was seiner altjungferlichen Tochter Gisela (Beate Henning) samt Familie und seiner Tochter Renate (Petra Kaufmann) Grund genug ist, sich um das Vermögen des immer gebrechlicher wirkenden Vaters zu sorgen. Er hat doch wohl schon sein Testament gemacht? Nein, hat er nicht, also muss er es jetzt schleunigst.

Schlitzohrig beschließt daraufhin der wohlhabende Alte, der Familie ein Schnippchen zu schlagen. Er verprasst sein Geld für eine - von Christine Neumann gespielte – Haushälterin. Als der Senior dann noch zufällig die junge, hübsche Sabrina (Pia Hemstedt) trifft, wirds ganz kurios. Denn die hübsche Maid macht aus dem sonst so Gebrechlichen augenblicklich einen Jungbrunnen. Und die Familie versteht gar nichts mehr. Ist Sabrina nun Johanns Geliebte oder auch hinter seinem Geld her? Weder noch. Johann hat ein Geheimnis, das ihm niemand zugetraut hätte.

Es wird also komisch und spannend auf dem Gladigauer Saale! In 2019 hatte Pia Hem­stedt aus Wittenberge (früher Packebusch) dort noch im Publikum gesessen. Das Spiel gefiel ihr so sehr, dass sie mit dabei sein wollte und doch prompt auf die Rolle der Sabrina Gerlach passte. Neu auf der Bühne ist auch Malin Lazay, die Johann Motzmanns Enkeltochter spielt – und sonst eigentlich Teil des Technikteams ist.

Abseits der schönen Geschichte habe Lazay „De Arvsliekers“ aber auch ausgewählt, weil es ein neuartiges Bühnenbild ermöglicht. Es spielt im Wintergarten, „mit Blick in die Landschaft“. Da ganz weit hinten lauert auch schon die 20.  Spielsaison, „dafür wollen wir nochmal richtig Gas geben“, indes die 19. etwas leiser fahren. Und nach der 20.? Wer weiß das schon. Jetzt geht‘s erstmal um Johanns Erbe.