Gladigau l "Die Erbschleicherei scheint schwierig“, begann Regisseur Norbert Lazay am Samstagabend seine Einstimmung auf das Stück. Aber in der 18. Spielzeit soll es nun endlich um diejenigen gehen, die diesen Vermögensbildungsweg zu beschreiten wissen.

Vorhang auf! Johann Motzmann feiert 80. Jeburtstach. „Sie nett tu dem Mann vonne Zeitung! Und mach‘n frundlichet Jesicht!“, bekommt er von seinen beiden Töchtern zu hören. Da weiß jeder gleich, was für einer der alte Herr ist. Otto Kaufmann geht in seiner 9. Dorftheatersaison in der Rolle des grummligen Jubilars auf, beschreibt er doch dem Reporter: „Morgens wachste up, dann jeh ick pinkeln...“ An seiner Seite hat er auf einmal Haushälterin Amalie Patronella, eine Paraderolle für Christine Neumann. „Wat für‘n netter oller Herr“, denkt die und kippt ihm immer schön Kräuter ein, „wat tum Upmuntern“, damit Sohnemann Olaf (Danny Schulz) ganz nebenbei auch noch unterkommen kann. Schon tagt der Familienrat. Johann kann nichts dagegen machen: „Da freu ick mich monatelang uff een tochterfreet Wochenende...“

Bloß jut, dass eines Tages Sabrina Gerlach hereinschneit, besser gesagt -regnet: ein junges, herzensgutes Mädel, genauso sympathisch wie seine Enkelin Chantal. Auf einmal hat Johann „keen Tiet“ mehr und behauptet: „Ick häven Rendezvous mit min lütten Sünnkäfer.“ Und damit kommt die Komödie natürlich erst richtig in Fahrt.

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Schon lange hatte Regisseur Norber Lazay das Stück von Elke Rahm (Plattdeutsch von Heino Buerhoop) in der Schublade, aber ihm fehlten junge Schauspielerinnen zur Umsetzung. Wie der Zufall so spielt, sprach Pia Hemstedt ihn nach einer der Vorstellungen im letzten Jahr an, sie würde so gern einmal mitmachen. Schauspiel­erfahrung hätte die 29-Jährige aus Wittenberge auch schon. Dank Komparsenagentur hatte sie im Kinofilm „Der Fall Collini“ als Gerichtszeichnerin mitgewirkt. Ansonsten geht sie in ihrer Rolle als Sozialpädagogin in der Familienhilfe auf.

Die zweite junge Frau in dem Stück spielt Malin Lazay. „Papa hat mich im August gefragt“, erinnert sich die 27-Jährige. „Ich hatte nur eine Woche Zeit zum Überlegen.“ Als Elektrikerin in der Bismarker Käserei angestellt, stand den Proben allerdings nichts im Wege.

In dem starken und wunderbarem Ensemble fühlen sich beide richtig wohl. So kann es weitergehen.