Walsleben l Dass Dinge aus seinem Besitz abhanden kommen, weil irgendwer „lange Finger“ macht, hat Rainer Proth­mann (54) schon öfter erleben müssen. „Da geht es mir nicht anders als allen anderen, die draußen zu tun haben“, sagt der Landwirt. Der jüngste Diebstahl, die Wegnahme eines noch aus DDR-Produktion stammenden landwirtschaftlichen Anhängers HW 60, habe dem Ganzen wegen der Dreistigkeit der Täter aber die Krone aufgesetzt. Der Anhänger ist in der Nacht auf den 8. April von einer Koppel verschwunden. „Noch gut in Schuss und mit nagelneuen Rädern drauf“, wie Rainer Prothmann erzählt, hatte der Anhänger zuletzt Eichenpfähle auf ein Grundstück an der Straße zwischen Walsleben und Düsedau transportiert. Dort baute der Landwirt Koppeln. Weil sich noch um die 30, 40 Pfähle auf dem Anhänger befanden, stellte Prothmann ihn tief auf dem Grün, grob 500 Meter von der Straße entfernt, ab. Als der Landwirt am 8. April in der Frühe auf der Koppel nach seinen Mutterkühen schaute, „habe ich mich über das geöffnete Koppeltor gewundert“, sagt Rainer Prothmann. Weiter auf dem Weg zu seinen auf einer Nachbarkoppel stehenden Kühen „nahm ich erst gar nicht wahr, dass der Anhänger weg war.“ Bis der Verlust dann doch offensichtlich wurde. Für den Landwirt setzt es dem „Ganzen die Krone auf, wie dreist die Diebe vorgegangen sein müssen.“ Denn um den Anhänger abtransportieren zu können, benötigten die Täter eine Zugmaschine. Offensichtlich griffen sie auf einen Traktor zurück, ließen aufgefundene Spuren auf der Koppel schließen. Die Diebe seien also einfach mal mit dem Traktor auf die Koppel, um den Anhänger wegzufahren. „Und das ohne Angst, entdeckt zu werden, obwohl der Standort des Anhängers sehr gut von der Landstraße einzusehen war“, schüttelt der Landwirt mit dem Kopf. Noch dazu bestand für die Täter das Risiko, bei ihrem Beutezug in das Blickfeld von Waidleuten zu geraten, zeigt Prothmann mit Verweis auf Hochsitze in der Nachbarschaft auf. Doch die Diebe hätten in dieser Nacht wohl unverschämtes Glück gehabt, bedauert der Landwirt. Prothmann, der den Diebstahl bei der Polizei zur Anzeige brachte, setzt aber darauf, dass die Glückssträhne der Täter ein Ende hat. Der dunkelgrüne und mit gelben Felgen versehene HW 60 könnte vielleicht auffallen, hofft der Landwirt. Rainer Prothmann hat deshalb für Hinweise, die zu dem landwirtschaftlichen Anhänger führen, eine Belohnung in Höhe von 500 Euro ausgesetzt.

Hinweise nimmt das Revierkommissariat in Osterburg unter Telefon 03937/4970 entgegen.