Seehausen l Auch in der Verbandsgemeinde Seehausen behalten die Verantwortlichen die Entwicklung der Eichen und ihrer Fressfeinde täglich in enger Abstimmung mit dem Landkreis im Blick. Die Stendaler Behörde hat das Prozedere insgesamt ausgeschrieben und kümmert sich in der Praxis mit Unterstützung der Gemeinden und des Forstamtes vor Ort vor allem um das Spritzen aus der Luft, wobei für die knapp 200 zu befliegenden Hektar Eichenbestände der Region Seehausen wieder der Sportplatz Pollitz zum Start- und Landeplatz für den Helikopter umfunktioniert wird. Das Spritzen von Einzelbäumen in den Orten vom Boden aus koordiniert die Verbandsgemeinde.

Bisher ist die Behandlung von etwa 2300 meist mächtigen und alten Eichen vorzugsweise an Brennpunkten des öffentlichen Lebens eingeplant. Das sind wieder ein paar mehr im Vorjahr, als circa 2100 Exemplare auf der Behandlungsagenda standen. Bis morgen wären Meldungen für private Bäume übrigens noch kurzfristig möglich. Die entsprechenden Unterlagen sind auf der Internetseite www.seehausen-altmark.de zu finden.

Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth schätzt, dass sich das Zeitfenster ab kommender Woche öffnen könnte. Zum einen muss genug Blattmasse da sein, damit das Spritzmittel irgendwo haften kann, um von den Raupen gefressen zu werden. Und sind die Raupen zu weit entwickelt, wirkt das Biozid nicht mehr.

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Gut 95 000 Euro stehen im 2020er Haushalt der Verbandsgemeinde für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners zur Verfügung. Nach der Selbstanzeige von Rüdiger Kloth wegen Körperverletzung im Amt 2018 greift das Land den Kommunen weiter beim größten Teil der Kosten unter die Arme.

Weil das Biozid nicht 100-prozentig wirkt und das Mittel nicht überall am Baum hinkommt, plant man im Rathaus für den Sommer wieder das Absaugen von Raupen und Gespinsten an befallenen Bäumen. Bisher gehen die Verantwortlichen von 200 Eichen aus. Was deutlich weniger als im Vorjahr wäre. Allerdings schlägt das Absaugen wegen des großen Zeit- und Tech- nikaufwandes mit den höchsten Kosten pro Baum zu Buche.

Die Raupenbekämpfung mit Heißschaum (wir berichteten) spielten bei der Ausschreibung dieses Mal noch keine Rolle, weil das Verfahren nicht ausreichend geprüftist. Aber auch ohne Untersuchung, hieß es aus der Kreisverwaltung, gebe es Bedenken, weil mit dem Schaum an den behandelten Stellen jegliches Insektenleben vernichtet werde und nicht nur die Raupen des Eichenprozessionsspinners.