Dalchau l Die Verantwortlichen aus dem Arneburger Stadtrat und des Gemeinderates Hohenberg-Krusemark haben sich darauf verständigt, den aktuellen Verlauf des Elberadweges auf dem Territorium der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck beizubehalten. Längere Zeit gab es Diskussionen, ob die Trasse des Fernradweges geändert werden soll. Von Arneburg sollte es laut einer Beschlussvorlage der Verwaltung direkt nach Dalchau gehen – somit wären die Dörfer Groß Ellingen, Hohenberg-Krusemark und Schwarzholz nicht mehr Bestandteil der offiziellen Route gewesen. Das scheint vom Tisch.

Für den Dalchauer Fred Jurczyk, ehemaliges Stadtratsmitglied von Arneburg, hätten die Verantwortlichen eines außer Acht gelassen: die Radfahrer. „So, wie ich das mitbekommen habe, sind viele Radler mit der Streckenführung nicht einverstanden“, betont er. „Der Elberadweg gehört an die Elbe. So hört man es immer wieder.“ Der Dalchauer favorisiert die Strecke recht nahe am Fluss entlang, über „sein“ Dorf und durch Altenzaun. Jurczyk findet es bereichernd, wenn die Radtouristen auch den Industrie- und Gewerbepark Altmark (IGPA), den Standort des damaligen Kernkraftwerkes, streifen. „Es sollte einmal das größte und modernste KKW Europas werden“, sagt Jurczyk, der sich vorstellen könnte, dass die radelnden Gäste sich mit der Geschichte des Standortes vertraut machen. „Man könnte ein Informationshäuschen oder Pavillon errichten, wo sich die Radfahrer informieren können. Da die meisten Radfahrer ein Smartphone besitzen, können sie sich zum Beispiel über einen Barcode oder Link über die Geschichte vom Abriss Niedergörnes bis hin zum Bau des KKW informieren. Ein guter Empfang ist dort garantiert. Man muss noch nicht einmal eine Führung anbieten“, hofft er, dass sich die Verantwortlichen noch einmal mit der Trassenführung beschäftigen werden. Auch Altenzaun hält der Dalchauer für einen Ort, der zum Verweilen einlädt.

Für Fred Jurczyk wäre es dringend notwendig, einen Radweg von Arneburg in den Ortsteil Dalchau zu bauen beziehungsweise die Straße zu sanieren. Das würden nicht nur die Dalchauer, sondern auch viele Arneburger begrüßen, ist er sich sicher. Für die Benachteiligten hätte er einen kleinen Trost: „Die Hohenberg-Krusemarker haben doch immer noch ihren Altmarkrundkurs.“

Der Elberadweg, viele Jahre beliebtester Fernradweg Deutschlands, führt seit seiner Einführung Anfang der 90er Jahre von Arneburg in Richtung Hohenberg-Krusemark, Gasthäuser und Pensionen haben sich in der Saison auf die Pedalritter eingestellt. Krusemarks Bürgermeister Dirk Kautz und seine Mitstreiter aus dem Gemeinderat wissen aus vielen Gesprächen, dass sich die Touristen in der Gemeinde wohl fühlen. Sowohl die Krusemarker als auch die Arneburger trafen sich im Oktober. Beide Seiten sprachen von einem konstruktiven Gespräch.

Beide Kommunen wollen gemeinsame Anstrengungen unternehmen, um den Radlern bessere Bedingungen zu bieten. Höchste Priorität hat die Strecke von Arneburg zur Landesstraße und somit zum Kreuzungsbereich. Der Wunsch, auf diesem Abschnitt einen Radweg zu errichten, besteht auf beiden Seiten.