Seehausen l In der Gemeinschaftsschule Seehausen gibt es zwei Probleme mit der Bausubstanz, die Schüler, Eltern und Lehrer umtreiben. Bisher ist das Dilemma nur verhalten und sporadisch an die Öffentlichkeit gedrungen. Wohl auch, um Gespräche mit dem Landkreis als Träger der Bildungsstätte nicht zu behindern.

So dringt seit einiger Zeit im Keller Feuchtigkeit ein, die inzwischen deutliche Spuren an den Mauern hinterlassen hat und die Sorge vor Schimmelbildung laut werden lässt, zumal viele Kinder dort in der Caféteria mittags essen.

Zweites Sorgenkind sind neu verlegte Fußbodenbeläge unter anderem im Lehrerzimmer und im Musikraum, die bei einigen Nutzern schon für Beschwerden an den Atemwegen und für Kopfschmerzen sorgten. Die Pädagogen weigern sich wegen der Ausdünstungen inzwischen sogar, ihren Raum zu nutzen.

Dazu kam, dass die Kommunikation mit dem Gebäudemanagement des Landkreises zum Stand der Dinge nicht die beste war und in Seehausen bereits Befürchtungen laut wurden, dass die Gemeinschaftsschule das gleiche Schicksal wie das geschlossene Gymnasium ereilen könnte. Zuletzt wurde der Missstand in der Kandidatenrunde zur Bürgermeisterwahl in Seehausen Anfang der Woche angesprochen. Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth, der den Abend mit den beiden Bewerbern moderierte, konnte da schon mitteilen, dass es trotz Feuchtigkeit noch keine Schimmelbildung gebe und dass Landrat Carsten Wulfänger das Gespräch mit Eltern und Lehrern vor Ort gesucht habe.

Eine Nachfrage der Volksstimme bestätigte, dass sich Schulverwaltungs- und Hochbauamt des Landkreises mit den Problemen auseinandersetzen. Nach einem Gutachten sollen die Ursachen für den Wassereinbruch im Keller derweil bekannt sein. Ein Planungsbüro sei beauftragt, die entsprechende Sanierung anzuschieben. Voraussichtlich im ersten Quartal 2020 erfolge die öffentliche Ausschreibung. Der Zeitplan sehe vor, dass der Keller voraussichtlich im dritten Quartal saniert wird. Parallel dazu werde die Feuchtigkeit weiter überwacht und die Essenausgabe in einen anderen Raum verlegt, so eine Mitteilung aus dem Büro des Landrates.

Die Ursachen für die Geruchsprobleme in Musik- und Lehrerraum, die ausdrücklich kein Gasproblem sein sollen, seien noch unklar. Alle verwendeten Materialien (Teppichboden und Kleber) sollen laut Stellungnahme zertifiziert gewesen sein und eigentlich die Anforderungen an eine Verwendung in öffentlichen Gebäuden erfüllen.

Der Landrat habe dennoch entschieden, dass der Teppichboden entfernt und gegen einen wischbaren Belag ausgetauscht wird. Diese Arbeiten sollen Ende dieses oder Anfang des nächsten Jahres je nach Verfügbarkeit einer Fachfirma erledigt werden. Alle Maßnahmen, heißt es abschließend in der Mitteilung, seien mit den Eltern und Lehrern abgestimmt.