Osterburg l Wenn sie nur wüssten, dass die Erwachsenen es nur noch charmanter finden, wenn sich die aufgeregte Jugend auf der Bühne mal verhaspelt. Junger Mut wird immer honoriert!

So auch am Freitagabend bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Osterburg im Verwaltungsgebäude in der Ernst-Thälmann-Straße, wo es mit Alina Münz und Kathrin Nahrstedt erstmals Jugendfeuerwehrmitglieder selbst waren, die ihren Jahresbericht vortrugen. In Dialogform berichteten sie von ihrer Teilnahme am Sportfest Osterburg, vom Orientierungsmarsch des Landkreises, der Fahrradrallye in Polkau, vom Fackelumzug, vom Bowlingabend, dem Ausflug in den Hansapark und 200 Dienststunden obendrein – die Feuerwehr Osterburg steckt viel Energie in ihre Nachwuchsarbeit. Und das nicht ohne Grund: Wie Stadtwehrleiter Sven Engel in seinem umfassenden und viel gelobten Jahresbericht mitteilte, erfolgt die Nachwuchsgewinnung an der Biese seit Jahren fast ausschließlich durch die Jugend- und Kinderfeuerwehr.

Ist die Mindeststärke an Aktiven mit 56 Männern und Frauen auch gewährleistet, hat Engel doch allen Grund zur Mahnung. „Denn während der Arbeitszeit ist die volle Einsatzbereitschaft in Zugstärke nicht gewährleistet.“ Da dieses Problem auch massiv (mit Ausrufezeichen) in den umliegenden Ortswehren auftritt, seien die Osterburger zusätzlich gefordert. „Es gibt nach wie vor zu wenige Arbeitsplätze für Kameraden in Osterburg. Die Absicherung der Tagesalarmsicherheit ist zu einer Hauptaufgabe geworden“, so Engel. Um so hilfreicher, dass qua Stadtratsbeschluss fünf Mitarbeiter der Stadt als Kameraden tagsüber für Einsätze zur Verfügung stehen.

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88 Einsätze

88 Einsätze fuhr die Feuerwehr Osterburg in 2019: von einem verunglückten Kleinbus mit Schulkindern über Stoppelfeldbrände, einen entflammten Kochtopf bis hin zum Absichern einer Hubschrauberlandung. Die Ausbildungen und Co dazugerechnet kommen die Kameraden auf gut 7000 Stunden Einsatz. Und das alles „ganz unspektakulär, das macht ihr ehrenamtlich“, lobte Engel seine Mannschaft.

Der Stadtwehrleiter nahm noch Bezug auf den am Freitag verstorbenen Kameraden Rudi Schulz, für den er zur Klaviermusik von Tabiha Harzer warme Worte fand. Engel erwähnte den so geschätzten Feuerwehr-Gottesdienst, das in Dienst gestellte LF 20, das erwartete TLF zur Vegetationsbrandbekämpfung, den Vorteil der vom Land durchgeführten zentralen Vergabe und die ersten Brandschutztage an den Schulen. Bürgermeister Nico Schulz sprach in Bezug auf die Kameraden von „Leuchttürmen bügerschaftlichen Engagements“, Ministerialrat Lutz-Georg Berkling (Innenministerium) lobte die besondere Verzahnung zwischen der Stadt Osterburg und ihrer Feuerwehr. Die Leiterin des Revierkommissariats Osterburg, Verena Schneider, dankte für die gute Zusammenarbeit und wünschte, dass sich die Kameraden nicht zuletzt auch die Freude an ihrem Ehrenamt bewahren.

Alina und Kathrin hatten sie am Freitagabend ganz gewiss. Sie sind auf der Bühne ein ganzes Stück gewachsen.