Osterburg l 120.000 Euro, die als potenzieller Eigenanteil für den Erwerb eines Tanklöschfahrzeuges (TLF) 4000 auf der hohen Kante liegen, finanzieren nach dem geplatzten Fördertraum drei andere Fahrzeuge. „Wir werden diesen Betrag nutzen, um drei gebrauchte Mannschaftstransportwagen für die Feuerwehren Dobbrun, Polkern und Osterburg zu kaufen“, bestätigte Bürgermeister Nico Schulz (CDU) auf Nachfrage.

„Das ist ganz in unserem Sinn und auch mit der Feuerwehrführung der Einheitsgemeinde so abgesprochen“, stellte Einheitsgemeinde-Wehrleiter Sven Engel klar. Dass sich die Förderhoffnungen in Sachen TLF fürs Erste zerschlagen haben, sei zwar bedauerlich. Dennoch helfe auch die alternative Investition in die drei MTW enorm weiter. „In Dobbrun und Polkern können wir so Technik ersetzen, die mittlerweile 25 Jahre auf dem Buckel hat“, erklärte der Einheitsgemeinde-Wehrleiter. Engel sieht die Dobbru­ner und Polkerner Brandbekämpfer in der Zukunft ein Stück weit mobiler aufgestellt, ihre Sicherheit verbessert „und irgendwo zeigt diese Investition ja auch Achtung gegenüber dem Ehrenamt Feuerwehr.“ Gleiches gelte für den dritten Mannschaftstransportwagen, der im Stützpunkt der Osterburger Brandbekämpfer sein Zuhause finden wird. Gegenwärtig nutzen die Biesestädter noch einen früher als Einsatzleitwagen (ELW) verwendeten Kleinbus als MTW. Weil sich die Nachwuchsbemühungen der Feuerwehr mittlerweile in stattlichen Mitgliederzahlen in Kinder- sowie Jugendabteilung niederschlagen, dürfte der einstige ELW auch dann noch seinen Dienst versehen, wenn der zusätzliche Transportwagen zur Verfügung steht. „Wir können diese zusätzliche Mobilität wirklich sehr gut gebrauchen“, so Engel, der darauf setzt, „dass die drei Fahrzeuge irgendwann im Herbst bei uns eintreffen.“

Abseits davon verliert Sven Engel aber auch nicht das Tanklöschfahrzeug 4000 aus den Augen. Dass über die zentrale Landesbeschaffung nun frühestens 2022 mit dieser Technik gerechnet werden könne, schmeckt dem Osterburger Feuerwehrchef überhaupt nicht. Denn wir benötigen diesen mit einem großen Tank ausgestatteten Löschwasserversorger dringend, um zukünftig besser für Wald- und Feldbrände gewappnet zu sein. Dass derartige Ereignisse in der Region mittlerweile ein großes Thema sind, zeigt der Blick auf die Osterburger Einsatzstatistik aus dem von einem extrem trockenen Sommer gekennzeichneten Vorjahr. Unter den 49 Feuern, die die Wehr bekämpfen musste, befinden sich diverse sogenannte Vegetationsbrände. Darunter auch der intensivste Einsatz des Jahres, als bei Seehausen der Wald in Flammen stand.