Schwimmhalle

Fliesenschäden im Hallenbad: Stadt Osterburg zieht Gutachter zu Rate

Nach neuen Fliesenschäden in der Schwimmstätte lotet die Kommune die Kosten für Reparaturarbeiten aus

Von Nico Maß

Osterburg

Selbst abseits der Corona-Einschränkungen ist in diesen Tagen an einem Badebetrieb in der Osterburger Schwimmhalle nicht zu denken. Dafür zeichnen Fliesenschäden verantwortlich, die vor wenigen Wochen in der Schwimmhalle festgestellt wurden.

Schäden wie diese sind für das Bad nichts Neues. Ganz im Gegenteil: Weil beim Bau der im Juni 2006 eröffneten stadteigenen Schwimmstätte die Fliesen im Becken und Beckenumgang nicht sachgemäß verlegt worden sein sollen, ist Wasser durch die Konstruktion getreten und hat neben den Fliesen unter anderem auch technische Anlagen beschädigt. Die Schwimmstätte gilt seit Jahren als Sanierungsfall.

Gutachter schaut sich die Bewehrung an

Um in Erfahrung zu bringen, wie schlimm es mittlerweile um das Bad bestellt ist und welche Reparaturarbeiten dringend notwendig sind, hat die Einheitsgemeinde einen Gutachter zu Rate gezogen. Dieser Fachmann habe nach seiner Vor-Ort-Visite am 23. März konstatiert, dass die Schäden am Bad zuletzt erneut zugenommen hätten, teilte Bauamtsleiter Matthias Köberle mit. Wieviel Geld die Kommune investieren müsste, um das Bad zumindest wieder für den Schwimmbetrieb flott zu machen, dazu gebe es aber noch keine Aussagen, so Köberle. Stattdessen habe der Experte empfohlen, noch einen zweiten Fachmann hinzuzuziehen. Dabei handelt es sich um den Gutachter, der bereits 2017 im Auftrag der Kommune ermittelt hatte, wie tief das chloridhaltige Wasser im Osterburger Hallenbad durch die Fliesen in die darunter liegende Betonkonstruktion eingedrungen war. Jetzt solle er vor allem herausfinden, „ob die Bewehrung der Betonkonstruktion durch das Eindringen des Wassers Schaden genommen hat“, sagte der Bauamtsleiter.

Sollten sich diese Befürchtungen bewahrheiten, dürfte dies erhebliche Auswirkungen auf die Kosten haben, die Osterburg stemmen müsste, um das Bad wieder in Betrieb nehmen zu können. Dabei ist der Spielraum der Einheitsgemeinde für etwaige Reparaturen eher begrenzt. Aufgrund der angespannten Finanzsituation hat die Kommune erst vor wenigen Wochen die seit Jahren angestrebte grundlegende Sanierung der Schwimmhalle erst auf 2025/26 verschoben.

Denn die Groß-Maßnahme, in der die Kommune unter anderem die komplette Bädertechnik auf Vordermann bringen aber auch Aufwertungen wie ein Kinderplanschbecken, Schalldämmmaßnahmen sowie nicht zuletzt eine barrierefreie Erschließung der Schwimmstätte verwirklichen möchte, kommt Osterburg mit Blick auf den eigenen Geldbeutel derzeit viel zu teuer. Bei geschätzten Kosten in Höhe von 3,3 Millionen Euro geht die Einheitsgemeinde zwar von einer 90-prozentigen Förderung aus einem Geldtopf des Landes aus. Schon der rund 330?000 Euro hohe finanzielle Eigenanteil sei für die Einheitsgemeinde aber zumindest mittelfristig nicht darstellbar, heißt es aus dem Rathaus.