Hassel l Die Genehmigung für die Flurneuordnung Hassel kam vor zwei Jahren. „Wir arbeiten aber natürlich schon viel länger daran“, sagt Hans-Joachim Kricheldorf. Er ist der Vorsitzende der 90-köpfigen Teilnehmergemeinschaft, der Landeigentümer also, die die Kosten der Flurneuordnung tragen beziehungsweise über die sie abgewickelt wird. Denn die Flurneuordnung ist zu 90 Prozent durch Bund, Land und EU gefördert. Die restlichen zehn Prozent teilen sich die Eigentümer, zu denen mit 40 Hektar auch die Gemeinde Hassel gehört. Sie ist damit ein vergleichsweise kleiner Mitspieler, denn die Gemarkung Hassel beträgt rund 1200 Hektar. Die Wälder und Ortslagen Chausseehaus, Hassel und Wischer ausgenommen, bleiben noch rund 1000 Hektar, die „flurneugeordnet“ werden. Sanne als Ortsteil der Gemeinde Hassel gehört zu einer anderen Gemarkung und wurde bereits nach der Wende neu geordnet.

Im Rahmen der Flurneuordnung Hassel sollen in diesem Jahr zunächst drei von insgesamt acht ländlichen Wegen mit Betonspurbahnen versehen werden: jener von Hassel nach Sanne, von Hassel bis zur Gemarkungsgrenze Jarchau und von Hassel nach Sanne parallel zur Bahn (Braunlandweg). Geplant sind weiterhin die Verbindung von Chausseehaus Hassel in Richtung Uchte, vom Dorfgemeinschaftshaus Hassel in Richtung Waldbad Wischer, in Wischer der verlängerte Weg An den Linden, die Hälfte des Weges vom Dorfgemeinschaftshaus Hassel bis zum Stadtforst (Schwarzer Weg) und die Verbindung zur Landstraße Richtung Billberge. Über den reinen Straßenbau hinaus werden auch die Gräben und Stauanlagen angefasst, als Auflage etwa auch Feldgehölze gepflanzt. Und es springt gerade für Radfahrer noch ein potenzielles Schmankerl bei der Flurneuordnung ab: Die Teilnehmergemeinschaft muss im Rahmen derer nämlich die vorbereitenden Maßnahmen (Eigentümerklärung, Vermessung) für einen straßenbegleitenden Radweg von Chausseehaus über Hassel nach Wischer treffen. Sodass der Straßenbaulastträger irgendwann direkt loslegen könnte.

Obwohl die Kommune nur einen geringen Anteil am Verfahren hat, weswegen auch vergleichsweise wenig Kosten auf sie zukommen werden, will sie sich über Gebühr an ihnen beteiligen. So wurde in den aktuellen Haushalt eine Sonderzahlung in Höhe von 20.000 Euro eingestellt. „Wir haben ja viele Vorteile durch die Flurneuordnung“, begründet Bürgermeister Uwe Rihsmann. Ohne das Verfahren hätte Hassel einen Teil der Wege irgendwann auf seine Kosten sanieren müssen, so wolle sich die Kommune auf diesem Wege erkenntlich zeigen. „Wir wären ja alleine auch nie an eine 90-prozentige Förderung gekommen“, so Rihsmann.

Die Gesamtsumme zur Herstellung der ersten drei Wege beträgt rund 600.000 Euro. Unsicherheitsfaktor für den Bau in 2018 ist infolge der Regierungsbildungs-Schwierigkeiten noch der nicht beschlossene Bundeshaushalt. „Ohne Haushalt gibt‘s kein Geld, aber wir wollen optimistisch sein“, so Kricheldorf. Als Gesamtsumme für Hassels Flurneuordnung seien mit allem Drum und Dran rund 1,5 bis 2 Millionen Euro veranschlagt.