Erxleben l Nach dem jüngsten Walpurgisfeuer ist den Erxlebener Feuerwehrfördern wohl endgültig der Kragen geplatzt. „Denn kaum hatten wir das Feuer über die Bühne, baute sich schon drei Tage später wieder ein Haufen mit Grünschnitt und Co auf unserem Grundstück auf“, denkt Heiko Fischer an den sprichwörtlichen Tropfen zurück, der das Fass zum Überlaufen brachte. Und den Verein veranlasste, das Gelände mit einem Tor abzuriegeln.

Müllverkippungen nahmen zu

Die Geduld der Vereinsmitglieder war zuvor in schöner Regelmäßigkeit auf die Probe gestellt worden. Denn seitdem die Feuerwehrförderer das am südlichen Ortsrand gelegene lauschige Freizeitplätzchen am Flachspuhl vor etwa zehn Jahren in ihre Regie übernahmen und zuletzt sogar offiziell von der Einheitsgemeinde pachteten, stießen die 50 Mitglieder auf dem Grundstück immer wieder auf wild abgekippten Müll und Unrat. Schlimmer noch, diese Unsitte habe in den zurückliegenden Jahren sogar stetig zugenommen, klagt Fördervereinschef Fischer.

Die Förderer reagierten mit dem Aufbau einer Schranke. Doch diese hätte die Abfallverkipper nicht wirklich abgehalten. „Der Müll wurde dann einfach unter die Schranke durch geschoben“, erzählt Fischer, der die „Übeltäter“ längst nicht nur im eigenen Dorf verortet. „Ganz bestimmt sind hier auch Auswärtige am Werk“, ist er überzeugt. Schließlich befinde sich der Flachspuhl im „Drehkreuz“ von Radweg, Reitwanderweg und Bundesstraße, da falle er auf und ins Blickfeld vieler Menschen, begründet der Vereinsvorsitzende.

Der von den Feuerwehrförderern in den zurückliegenden Jahren liebevoll aufgewertete und mit überdachten Sitzgelegenheiten, Grillstation und Toilette „ausstaffierte“ Flachspuhl zog, voraussichtlich wegen der Vorbereitung von sogenannten Brauchtumsfeuern, häufig Entsorger von Gartenabfällen an. Ebenso landeten aber auch immer wieder Papiermüll oder Bioreste auf dem Grundstück. „Einmal sind wir sogar auf eine abgetaute Großladung aus der Tiefkühltruhe gestoßen, die wir dann entsorgen mussten“, erzählt Fischer.

Ein Durchlass bleibt offen

Auf „Überraschungen“ wie diese möchten die Feuerwehrförderer gern verzichten. Sie nutzten eine 1500-Euro-Unterstützung von einem in der Ortschaft aktiven Windanlagenbetreiber, um das Tor zu finanzieren. Den Aufbau nahmen Vereinsmitglieder in diesen Tagen selbst in die Hand. Gleiches gilt für den Zaun, der das Tor flankieren wird. „An diesem Zaun arbeiten wir gerade noch“, sagt Fischer. So werde der Flachspuhl ein Stück weit und hoffentlich wirksam abgeriegelt. Aber nicht völlig dichtgemacht. „Denn direkt am Tor bleibt ein kleiner Durchlass, der Fußgängern den Zutritt zum Gelände ermöglicht“, informiert er. Auf diese Weise erfülle man die Forderung der Einheitsgemeinde, den Platz am Flachspuhl öffentlich zugänglich zu halten. Diese Bedingung habe die Kommune gestellt, als sie das ihr gehörende Grundstück an die Feuerwehrförderer verpachtete, erzählt Fischer. Für den Vereinschef steht fest, „dass dies trotz aller bisherigen Probleme mit dem Müll der richtige Schritt war. Denn unser Gelände am Flachspuhl mausert sich. Und wird mittlerweile auch immer mehr von Einwohnern nachgefragt, die dort eigene Feiern veranstalten möchten“, macht er abschließend deutlich.