Seehausen l Drei Dürrejahre waren zu viel für einige Fichten auf dem Seehäuser Friedhof. Einer Esche machte schließlich das Eschentriebsterben den Garaus. Im vergangenen Winter musste die evangelische Kirchengemeinde sechs Bäume fällen, diese ist sie qua Auflage von der Stadt Seehausen verpflichtet zu ersetzen. Sechs Bäume weg, sechs Bäume wieder hin – aber nun andere.

Wie die Gemeindekirchenratsvorsitzende Katharina Fischer gestern gegenüber Volksstimme mitteilte, entschied sich das Gremium ganz bewusst für Laubbäume. „ Der Friedhof ist ja nicht nur letzte Ruhestätte, er ist unter ökologischem Aspekt sehr wichtig und außerdem Ort der Begegnung für Menschen.“ Warum also nicht etwas für die Bienen tun? Linden und Ahorne kamen so in den Seehäuser Boden. Eine Vogelkirsche wird im Frühjahr noch gepflanzt. „Wir wollen hier einen ökologischen Wert schaffen“, sagte Katharina Fischer.

Dazu passt auch, dass die Kirchengemeinde mit finanzieller Unterstützung der Stadt bereits Fledermauskästen aufhängte. Auch ein noch zu vervollständigendes Insektenhotel ziert das Gelände. Und im Januar werden Nistkästen für Vögel angebracht. „Es ist unglaublich, was es hier für Vögel gibt“, sagte Friedhofsverwalter Holger Eilrich gestern. Er habe sich schon mal den Spaß gemacht und während eines Telefonats im Fühjahr gesagt, dass er gerade im Vogelpark Walsrode sei. „Das hört man ja, hieß es am anderen Ende.“

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Laubbäume bedeuten mehr Arbeit, vor allem für Holger Eilrich, der allein mit der Lindenallee auf dem Friedhof zig Arbeitsstunden im Jahr zubringt. „Aber ich möchte mir nicht vorstellen, wie es hier ohne diese Laubbäume ist.“ Die Allee schaffe ein Mikroklima, „in den heißen Sommern wäre es hier tagsüber gar nicht auszuhalten“. Und das dürfe man schließlich nicht vergessen: Auch viele ältere Menschen suchen den Friedhof zur Grabpflege auf. Für diese und alle anderen Friedhofsbesucher stehen nunmehr ebenfalls dank Unterstützung der Stadt Seehausen neben den hölzernen auch drei wetterfeste Bänke zur Verfügung. „Auch im Winter will man sich mal hinsetzen“, so Eilrich.

In diesem Jahr haben die Friedhofsbäume abermals unter Trockenheit gelitten, aber Fällungen mussten nicht vorgenommen werden. „Wir haben einige Bäume zurückgeschnitten“, sagte Katharina Fischer. Gerne lassen die Verantwortlichen dabei einen efeuberankten Baumstumpf etwas höher stehen. „Efeu ist ja auch sehr wichtig für Vögel und Insekten“, so die GKR-Vorsitzende. Wie praktisch, dass sie als Baumkontrolleurin einen geübten Blick für die Stärken und Schwächen von Bäumen hat. „Ich bin hier nur von Fachleuten umgeben“, witzelte Holger Eilrich. Beide wissen nur zu gut, dass das Baumpflanzen „nur“ das eine ist – „Bäume müssen gepflegt werden“, so Katharina Fischer. Das sei auf dem Seehäuser Friedhof natürlich ein Leichtes. Dort nimmt Holger Eilrich die neuen Schützlinge mit unter seine Fittiche.