Kossebau l In der ersten Sitzung des Jahres 2020 stimmten die 14 Mitglieder des Gemeinderates „Altmärkische Höhe“ um Bürgermeister Bernd Prange mehrheitlich einem Antrag des evangelischen Kirchengemeindeverbandes Kossebau zu und machten so den Weg für 20 000 Euro frei, die dabei helfen sollen, einen Anbau am Kossebauer Gemeindezentrum neben Kirche, Pfarrhaus und Johanni-Park zu stemmen.

Leicht machten sich die Kommunalpolitiker die Entscheidung nicht. Selbst eingefleischte Christen wie Gero Michaelis aus Losse hielten die Einzelförderung im Vergleich zu anderen Vorhaben und deren Initiatoren für sehr sportlich. Die bisher höchste Einzelsumme durch besagte Sponsorengelder floss nach Boock, wo der Feuerwehrförderverein den alten Dorfkonsum mit sehr viel Eigenleistung als Vereinshaus umbaute (wir berichteten). Allerdings kann die Gemeinde pro Jahr auch auf rund 86 000 Euro zurückgreifen. Geld, von dem andere nur träumen können.

Am Ende machte es sich offenbar im wahrsten Sinn des Wortes bezahlt, dass der Gemeinderat am künftigen „Tatort“ beriet, wo Pfarrer Matthias Kruppke seinen Heimvorteil ausspielen und das Projekt in Wort und Bild vorstellen und Fragen beantworten konnte.

Das modern ausgestattete Gemeindezentrum, das mit kleiner Küche und sanitären Einrichtungen im ehemaligen Stall des Hofes ebenfalls mit viel Eigenleistung eingerichtet wurde, bietet seit 2004 Raum für regionale sowie überregionale kirchliche, weltliche und private Veranstaltungen. Neben Jugendfreizeiten oder Grenzgängerfestival zählen vor allem die Johanni-Park- und die Martinsfeste zu den Jahreshöhepunkten.

Mit der Zeit wurde der Ort der Begegnung zu klein. Vor allem, wenn Termine mit Verpflegung anstanden. Der rund 60 Quadratmeter große Anbau aus Aluminium und Glas soll dort Abhilfe schaffen, wo sich die Veranstalter bisher mit Pavillons weiterhelfen und für eine ebenso dauerhafte wie wetterfeste Lösung sorgen. Die würde rund 95 00 Euro kosten, allerdings bestehen gute Aussichten, etwa 75 Prozent der Kosten über das Leaderprogramm gefördert zu bekommen. Außerdem sieht Kruppke die Stärkung der Begegnungsstätte auch als Argument, eine Pfarrstelle auf der „Altmärkische Höhe“ zu behalten

Sascha Wunderlich (Stapel) und Steffen Jüstel (Bretsch) fragten noch nach Wegen, um das Vorhaben, das möglichst noch in diesem Jahr umgesetzt werden soll, preiswerter zu machen oder die Kirche stärker in die Finanzierung einzubinden. Am Ende folgte der Rat Pranges Ansicht, die Summe in zwei Jahresscheiben zu bewilligen. Nur noch die Zuschussgeber könnten ein Veto einlegen, was bisher aber noch nicht geschehen ist.