Meseberg l „Zufrieden? Auf jeden Fall.“ Dass ihre Einladung zu einer ersten Veranstaltung der Bürgerinitiative (BI) gegen die Erweiterung der Schweinemast in Wasmerslage mehr als 50 Einwohner in die Meseberger Gaststätte lockte, hat Kerstin und Helmut Sasse sehr gefreut. Die beiden BI-Sprecher sehen sich in dem Anliegen bestätigt, aktiv gegen die Pläne der MESA Agrar GmbH einzutreten, die den Wasmerslager Maststandort von aktuell 10 941 Schweinen auf 46 260 Plätze für sogenannte Absatzferkel hochrüsten will. Ein Vorhaben, dass sich nachhaltig auf die Lebensqualität der Region niederschlagen würde, sind Sasses überzeugt. Unter anderem befürchten sie mehr Geruchsbelästigungen, mehr Belastungen für das Grund- und Oberflächenwasser oder Wertminderungen für die eigenen Grundstücke. „Und das alles, obwohl schon jetzt in Deutschland mehr Schweinefleisch produziert als gegessen wird“, gab Kerstin Sasse zu bedenken.

Auch der Straßenverkehr dürfte zunehmen. Wie viele Transporte fahren würden, hat Professor Roland Köhn ausgerechnet. Tier-, Futter- und Güllebeförderungen einbezogen, kam er auf jährlich 2277 Lkw-Transporte. Klammere man Wochenend- und Feiertage aus, seien dies im Schnitt täglich neun Touren und somit 18 An- und Abfahrten, so Roland Köhn.

Dass die ohnehin schon lädierten Fahrbahnen diese zusätzliche Balastung mühelos verkraften, zweifelt auch Nico Schulz an. Osterburgs Bürgermeister, gemeinsam mit dem Stadtrat schon seit Jahren in Widerspruch zu den Erweiterungsplänen, war am Mittwochabend vor Ort. Und sieht vor allem im Umschwenken der MESA von einer Schweinemast auf die Absatzferkel eine Möglichkeit, die Erweiterung zu verhindern. Denn während das Landesverwaltungsamt (LVA) davon spricht, dass es sich bei dem am 25. Juli 2016 dort eingegangenen Antrag für die Absatzferkel-Plätze lediglich um eine Änderung des ursprünglichen, 2012 gestellten Antrages handelt, bewertet die Kommune ihn als gänzlich neues Unterfangen. Setzt sich die Ansicht der Stadt durch, sind die Erweiterungsabsichten der MESA quasi Geschichte. Dann würde der Antrag nach dem Mitte 2012 (nur wenige Tage nach dem Ursprungsantrag) novellierten Baugesetzbuch behandelt. Dies hätte zur Folge, dass der sogenannte privilegierte Status für die Anlage entfällt und ein von der Kommune aufzustellender Bebauungsplan nötig wäre, um die Erweiterung zu realisieren. „Diesen Bebauungsplan würden wir aber ganz sicher nicht in Arbeit geben“, sagte Schulz. Er machte zudem deutlich, dass sich die Stadtpolitiker durch die Gründung der BI in ihrer Gegenwehr bestärkt sehen. „Wir freuen uns über den Rückenwind aus der Bevölkerung.“

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Der soll auch schnell zu spüren sein. Die BI denkt über Unterschriftensammlung oder Online-Petition nach, zudem ist ein bildliches Symbol für die Ablehnung der Wasmerslager Anlage im Gespräch. Dabei handelt es sich um ein rosafarbenes Kreuz, dass an Hoftore angebracht oder vor Grundstücken aufgestellt werden könnte. Ein Austausch mit ähnlichen Initiativen ist anvisiert. Und beim LVA könnte die Einsicht in die Antrags-Unterlagen beantragt werden. Dies sei mit Verweis auf das Umweltinformationsgesetz möglich, wurde der Initiative am Mittwoch empfohlen.