Osterburg l Erst bezogen die polnischen Gäste in den Räumen der Krumker Reithalle Quartier, kurze Zeit später sollte es in der Turnhalle der Sekundarschule auch schon sportlich zur Sache gehen. Mitglieder der Handballsportgemeinschaft (HSG) Osterburg freuten sich auf das Wiedersehen mit alten Bekannten. HSG-Vorsitzender Horst Janas, Jörg Reitzig, Walter Ulbricht und Lutz Kerfin waren unter anderem dabei, als die Wieluner Gäste in der Sporthalle eintrafen. Dass Jacek Piwnicki zum Tross zählen wird, war keine Frage – Jacek lässt sich die Besuche bei seinen Freunden aus Osterburg nicht entgehen. „Ich bin heute zum 26. Mal dabei“, zählt er auf. Jacel Piwnicki, der auch als Dolmetscher fungiert, gehörte 1981 zu der Wieluner Mannschaft, damals lernte er erstmals als Jugendlicher die Biesestadt kennen. 1995 war er zum ersten Mal Betreuer für die Kinder. Seine drei Söhne spielen im Wieluner Verein. Der Jüngste, Patryk, ist Bestandteil der aktuellen C-Jugend-Mannschaft, die am Donnerstag einen freundschaftlichen Vergleich gegen die von Jörg Reitzig trainierten gleichaltrigen Osterburger absolvierte. Die jeweiligen C-Jugend-Teams treffen sich jedes Jahr, die Besuche finden im Wechsel zwischen beiden Städten statt. Die MKS-Jungs spielen übrigens in der Woiwodschaft Lodz, was in hiesiger Region der Landesliga gleichkommt. Die Männer sind in der 2. Liga beheimatet. 200, 300 Zuschauer feuern sie in den Heimspielen an.

1972 begann die Freundschaft der Handballer aus Osterburg und Wielun. Daran kann sich Jörg Reitzig gut erinnern. „Wir waren als Männermannschaft bei einem Turnier in Miltitz“, erinnert er sich zurück. Im zu Leipzig gehörenden Ortsteil fanden Turniere zu Ostern unter freiem Himmel statt. „Und neben uns auf den Plätzen waren Jugendturniere“, so Reitzig, der damals Spielertrainer der Osterburger Einheit war. Mit den Betreuern aus Wielun entstand der erste Kontakt. „Und noch im selben Jahr fuhren wir dorthin.“ Die freundschaftlichen Beziehungen der Handballer rissen nie ab.

In den 90er Jahren nahm die Städtepartnerschaft noch mehr Fahrt auf, zementiert wurde diese vertraglich im Jahr 2000. Neben den Handballern leisteten unter anderem auch das Osterburger Gymnasium mit ihrem Kontakt zum Lyzeum der 23 000-Einwohner-Stadt und die Feuerwehr mit ihrem Kontakt zu den Brandbekämpfern aus Wielun einen gehörigen Beitrag zur Partnerschaft. Nico Schulz wird im September mit einer Delegation aus Osterburg an der Gedenkfeier in Wielun teilnehmen. Am 1. September 1939 wurde die Stadt von der Wehrmacht bombardiert, was den Beginn des Zweiten Weltkrieges darstellte.

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Die Nachwuchshandballer und ihre Betreuer – auf Wieluner Seite ist auch Vereinsvorsitzender Eugeniusz Panek dabei – waren am Donnerstag noch beim Bowlen in der Landessportschule. Am Freitag stand eine Busfahrt in das Integrationsdorf Arendsee und in den Salzwedeler Märchenpark auf dem Programm, ehe heute der sportliche Einsatz beim Turnier gefragt ist. Am Abend findet zum Ausklang ein gemütlicher Grillabend im Biesebad statt. Und im nächsten Jahr werden die Osterburger wieder nach Wielun reisen ...