Osterburg l Der Altmärkische Tierschutzverein Kreis Stendal bittet die Bürger um Hilfe. Interessenten können zeitweise ein Katzenbaby betreuen. „Denn, wenn jemand auf Dauer keine Katze aufnehmen möchte, kann er eine befristete Pflege-Stelle bieten“, erklärt Susanne Wieske, Vorsitzende Tierschutzverein Kreis Stendal.

Grund für diese Übernahme eines Pflegekätzchens sind die brechend vollen Aufnahmestationen in Osterburg und Stendal. „An beiden Standorten haben wir aktuell jeweils rund 70 Katzenjunge, die wir versorgen müssen“, sagt die Vorsitzende weiter. „Wir haben keine räumlichen Kapazitäten mehr, um Tiere aufzunehmen.“

Die meisten Katzenbabys werden im Wald oder auf Parkplätzen gefunden. Bürger bringen sie dann in einem Karton zum Tierheim und zum Katzenhaus. Die Samtpfoten sind oft nicht älter als drei bis sechs Wochen. „Meistens meldet sich der Finder nicht direkt bei uns, sondern stellt lediglich den Karton ab. Daher haben wir kaum eine Chance, das Muttertier zu finden“, erläutert Susanne Wieske. Die Kätzchen müssen deshalb von den Menschenhand aufgezogen werden. Nach der Aufnahme werden die Katzen untersucht, geimpft und entwurmt.

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Warteliste für Aufnahmeplätze

Als Vorsichtsmaßnahme kommen sie dann rund zehn Tage in Quarantäne, damit Krankheiten ausgeschlossen werden können. Die Untersuchungen nimmt ein Tierarzt vor. „Halten wir die Quarantäne-Zeit nicht ein, kann dies sehr gefährlich für die anderen Katzen werden“, sagt Wieske. Denn einige Krankheiten würden sich erst nach einigen Tagen zeigen.

Wenn eine Katze in Quarantäne ist, blockiert sie den Platz für ein anderes Tier. Katzen, die in Quarantäne müssen, werden in der Regel allein gehalten. „Somit haben wir schon Wartelisten für einen Quarantäne-Platz.“

Aus diesem Grund braucht der Tierschutzverein Hilfe. Er bietet die Möglichkeit, dass Bürger, die Zeit und Platz haben, Katzen aufnehmen können. Das Tier wohnt dann für ein bis zwei Tage dort, manchmal auch eine Woche, bis in Osterburg oder Stendal ein Quarantäneplatz frei wird. Voraussetzungen sind neben Tierliebe aber auch, dass in der Pflegezeit in dem Haushalt keine weitere Katze lebt, weil diese sich gegebenenfalls mit einer Krankheit anstecken könnte.

Keine Kosten für Pflegenden

„Wir wollen keinem eine Katze auf Dauer aufschwatzen“, betont die Vorsitzende und erläutert weiter: „Der Verein übernimmt außerdem die Kosten fürs Futter und die ärztliche Versorgung, sodass dem Pflegenden keine Unkosten entstehen.“ Für die Betreuung stehe der Tierschutzverein als Ansprechpartner zur Seite, sagt Susanne Wieske.

„Wenn Bürger sich für eine Kurzzeitpflege bereit erklären und eine Katze abnehmen, würde uns das gegenwärtig sehr helfen.“ Es werden außerdem immer wieder Katzen vermittelt, wenn sie die Quarantäne beendet haben und der Tierarzt „grünes Licht“ gibt.

In Osterburg hat zurzeit Sibylle Wellner alle Hände voll zu tun, die 72 Katzen zu versorgen. Es sei im diesem Herbst besonders dramatisch, sagt sie. Das Kapazitätsproblem hingegen gebe es jedes Jahr. Ihre Chefin bestätigt und fügt hinzu: „Im Sommer 2019 sind sehr viele Katzenjunge ins Tierheim gekommen. Nun ist der Höhepunkt im Herbst.“ Susanne Wieske rechnet den Mitarbeitern im Tierheim und in Katzenhaus den Einsatz hoch an, denn der Anblick der verletzten und vernachlässigten Katzenbabys sei nicht leicht und schlage auf die Psyche.

Interessenten können sich unter der Telefonnummer 03931/21 63 63, über die Homepage des Tierschutzvereins sowie über die Facebook-Seite informieren.