Turmsanierung von St. Nicolai

Himmelsleiter: Kirchengemeinde Osterburg sucht Spenden-Paten für 153 Treppenstufen

Unter dem Projektnamen „Himmelsleiter“ bittet die evangelische Kirchengemeinde Osterburg um Spenden für die Sanierung von St. Nicolai. Ganz genau für den zwingend notwendigen Einbau einer neuen Treppe im Kirchturm. Vom Fundament bis hoch zur Plattform suchen 153 Holzstufen einen Paten.

Von Karina Hoppe
Frank Ende (l.) und Gordon Sethge im unteren Treppenbereich: Damit die Handwerker  arbeiten können, wurden einige Stufen ausgetauscht. Später wird auch diese Ebene komplett ersetzt. Wer hilft?
Frank Ende (l.) und Gordon Sethge im unteren Treppenbereich: Damit die Handwerker arbeiten können, wurden einige Stufen ausgetauscht. Später wird auch diese Ebene komplett ersetzt. Wer hilft? Foto: Karina Hoppe

Osterburg

Einige Stufen im unteren Treppenbereich ließ Architekt Frank Ende gleich zu Beginn der Baumaßnahme austauschen. „Damit die Handwerker sicher nach oben kommen. Damit sie überhaupt arbeiten können.“ Die Sanierung des Kirchturms der St. Nicolaikirche Osterburg sei in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung. „Es muss wahnsinnig viel dabei bedacht werden“, sagt Ende. Für den Planer aus Krumke ein sehr spannendes Unterfangen, „so etwas macht man nur einmal im Leben“.

Den Eigenanteil durch Spenden schmälern

Nicht minder herausfordernd ist die Turmsanierung, die gerade begann, für die evangelische Kirchgemeinde. Allein finanziell. Rund 300000 Euro kostet der Bauabschnitt, 30 Prozent davon trägt die Gemeinde allein. „Das sind unsere Rücklagen, die Pachteinnahmen von Osterburger Kirchenäckern und gesammelte Spenden“, erzählt Pfarrer Gordon Sethge. „Das Geld ist da, aber wir möchten versuchen, unseren Eigenanteil zu schmälern, da wir das Geld ja auch anderswo brauchen.“ Hier kommt das Projekt „Himmelsleiter Osterburg“ ins Spiel. Die Treppe, die das Kernstück der Sanierung ausmacht und komplett ersetzt werden muss, zählt vom Fundament bis zur Außenplattform genau 153 Stufen. Die Gemeinde versucht nun Spendenpaten für diese Stufen zu finden. „Ihre Namen werden dann später auf kleinen Schildern an den Stufen verewigt“, so Sethge. Planer Ende nehme dazu gerade Kontakt mit einer Hamburger Metallfirma auf. Wie die neue Treppe sollen auch die Schilder eine Ewigkeit halten. Aus baurechtlichen Gründen könne der Kirchturm zwar auch nach der Sanierung nicht touristisch genutzt werden, die neue Treppe samt Spendenschildern könne aber zu besonderen Gelegenheiten im Rahmen von Führungen angeschaut werden.

Da es sich um eine Spendenaktion handelt, dürfe die Kirchgemeinde die Kosten für eine neue Treppenstufe nicht nennen. Je nachdem, wie viel jeder Spender überweist, werde man sich ein gerechtes System bezüglich der Beschilderung überlegen.

Höhere Geländer für die Außenplattformen

Vom Maurer bis zum Zimmermann machen sich gerade fünf Gewerke am Turm von St. Nicolai zu schaffen. Neben der Treppe werden auch die Dielen erneuert, tragende Balken sollen nach Möglichkeit erhalten bleiben. Weil aber Feuchtigkeit oder der Hausbock dem Holz zugesetzt haben können, müsse von Fall zu Fall geprüft werden. Zum Maßnahmenpaket gehören auch neue und höhere Geländer für beide Außenplattformen. Aus Sicherheitsgründen in mehrerer Hinsicht durfte der Turm bereits seit mehr als zwei Jahren nicht mehr bestiegen werden.

Ende dieses Jahres soll die Turmsanierung abgeschlossen sein. Die Landeskirche, Lotto Toto und die Stiftung Kirchenbau fördern sie. Im Anschluss will und muss sich die Gemeinde dem nächsten Brocken widmen: der Sanierung des Kirchenschiffes.