Osterburg/Krumke l Seit drei Jahren betreibt Bianca Rehhagen (45) den Krumker Reitergasthof, doch ihre Zeit mitten im Pferdezentrum nähert sich allmählich dem Ende. Zum Juli packen die Kreveserin und ihr Team die Umzugskoffer, dann geht‘s nach Osterburg an die Stendaler Straße. Hinein in den „Kanzler“. Am 26. Februar haben Bianca und Wilhelm Rehhagen (70) das Hotel von der Familie Levin erworben. „Fast wäre das schon 2015 passiert. Der Kaufvertrag lag unterschriftsreif vor. Aber es hat mir der Mut gefehlt“, blickt Bianca Rehhagen zurück.

Damals entschied sie sich für die Pacht des Reitergasthofes. Rund drei Jahre später ist der Stift zum Ziehen des Schlussstrichs quasi schon gezückt. Der Hauptgrund für den Weggang sei die Erfahrung, „dass abseits der Veranstaltungen das Alltagsgeschäft im Reitergasthof sehr schwierig ist.“ Dies soll beim mitten im Stadtgebiet gelegenen „Kanzler“ anders sein, erhofft sich Bianca Rehhagen. Etwas steht schon vor Übernahme des Hotels fest. Den Zuschnitt des Hauses, das längst nicht nur vom Namen her an den einstigen Kanzler Otto von Bismarck erinnert, wollen die beiden Neu-Besitzer bewahren. Im Laufe der Zeit könnten im „Kanzler“ sicher Stück für Stück Renovierungen anfallen, „aber das Ambiente muss unbedingt erhalten bleiben“. legt sich Wilhelm Rehhagen mit Nachdruck fest. Er freue sich schon darauf, sich voll in den „Kanzler“ mit einzubringen und seine Frau beim Betrieb des Hotels zu unterstützen, blickt der Kreveser auf den Sommer.

Am 1. Juli wird der „Kanzler“ in ihren Besitz übergehen, dann sind einige Tage für den Einzug und das Einrichten gebucht. Am 7. Juli soll das Hotel im Rahmen eines kleinen Sektempfangs wiedereröffnet werden. Danach wollen Bianca und Wilhelm Rehhagen den „Kanzler“ von montags bis sonntags öffnen. „Montags und Dienstags etwas reduziert nur mittags und mit zwei Speiseangeboten, ab Mittwoch dann mit Speisekarte und auch am Abend“, hat Bianca Rehhagen schon konkrete Vorstellungen. Abseits des Alltagsgeschäfts sollen die Räumlichkeiten sowie der Biergarten des „Kanzlers“ natürlich auch für Familienfeiern genutzt werden können.

Unter anderem für derartige Anlässe wollen die Neu-Besitzer einen eigenen Shuttle-Service einrichten und vorhalten. Auch Vereinsveranstaltungen oder Kulturangeboten könnte der „Kanzler“ zukünftig wieder regelmäßig einen Raum bieten. So denkt Wilhelm Rehhagen als begeisterter Skatspieler daran, für die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr sowie den Februar und damit zumindest zweimal jährlich einen Preisskat zu organisieren. Als weitere Idee nennt Bianca Rehhagen Tanzveranstaltungen für Leute über 30, zu denen der „Kanzler“ einladen könnte. „Wir werden das auf jeden Fall ausprobieren. Und dann sehen, ob dieses Angebot von den Einwohnern angenommen wird“, sagt die Kreveserin.

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