Seehausen l Von den Vorteilen einer Gemeinschaftsschule versuchten Schulleiter Axel Giebe und „sein“ Pädagogen-Team die Besucher am Donnerstagabend zu überzeugen. Auf alle Fälle konnten sich die Einladenden über jede Menge Eltern freuen, deren Nachwuchs in diesem Jahr die Grundschule verlassen und damit eine neue Einrichtung besuchen wird.

Die Tendenz ist steigend. Die Seehäuser Gemeinschaftsschule „J.J. Winckelmann“ ist beliebt. Das drücken die Schülerzahlen aus - aktuell sind es rund 260 Kinder und Jugendliche, die dort unterrichtet werden. In den kommenden Jahren geht der Schulleiter von steigenden Anmeldungen aus. Im Frühjahr wissen die Verantwortlichen mehr, wieviele „Neuen“ ab dem kommenden Schuljahr hinzukommen. Der Schulleiter würde sich über eine Klassenstärke von 25 - zwei fünfte Klassen werden gebildet - freuen.

Auch Zehntklässler waren am Donnerstagabend beim Info-Abend für die Elternschar involviert, führten Gäste durch die Räume des 150-jährigen Schulgebäudes. „Das ist ein besonderer Jahrgang“, betonte Giebe hinsichtlich der aktuellen zehnten Klassen. Diese meisterten als erste den Weg von der fünften Klasse bis zum Abschlussjahrgang an der seit 2013 eingeführten Schulform der Gemeinschaftsschule. Die seitdem erzielten Erfahrungen seien positiv. Schließlich müssten die Schüler ihre Entscheidung über die Wahl des Bildungsabschlusses nicht schon als Fünftklässler festlegen. Die Kinder und Jugendlichen hätten den Zugang zu Bildungsinhalten aller Schulen. So ist natürlich auch der gymnasiale Abschluss möglich. In diesem Fall kooperiert die Gemeinschaftsschule mit dem Osterburger Markgraf-Albrecht-Gymnasium, informierte Holm Hansens, zusammen mit Michael Wiesenberg Lehrer und Teamleiter an der Seehäuser Einrichtung, die Gäste.

Diese gingen zunächst auf Besichtigungstour. Zehntklässler, aber auch Schüler anderer Klassenstufen, präsentierten die modernen Klassenräume. Unter anderem den Hauswirtschaftsraum, den die Kinder gern nutzen. Auch die kommenden Fünftklässler „können sich hier schon ausprobieren“, sagte Pädagogin Marita Wiesenberg. Dort entstehen leckere Obstsalate, Eierkuchen und andere Speisen. „Das macht den Kindern viel Spaß.“

Große Bedeutung werden Projekten beigemessen. „Dort arbeiten wir auch mit regionalen Betrieben zusammen“, informierte Michael Wiesenberg. In diesem Schuljahr ging unter anderem das Projekt „Wie barrierefrei ist meine Stadt?“ über die Bühne, das die Gruppe „Barrierefreies Seehausen“ unterstützte. Wiesenberg erinnerte beispielsweise auch an das super Ergebnis beim Spendenlauf zugunsten des Seehäuser Waldbades oder an die Vielzahl von Arbeitsgemeinschaften, die die Bildungsstätte anbietet. Die Auswahl reicht von Naturwissenschaften über Sport, Kunst, Heimatgeschichte, Theater bis zur Feuerwehr.

Axel Giebe machte zudem noch auf eine Besonderheit der Schule aufmerksam: Ein Drittel der Lehrer sind Männer. Ein Anteil, den die meisten Schulen im Bundesland nicht erreichen würden.