Beuster l Stück für Stück wurde die Nikolauskirche Beuster in den vergangenen Jahren saniert. Ein Ende wird es beim Erhalt einer der ältesten Backsteinkirchen nördlich der Alpen sicher nie geben, aber mit der Rekonstruktion des Fußbodens wollten Kirchengemeinde und Förderverein in diesem Jahr eigentlich zum vorerst letzten großen Wurf ausholen.

Als kurz nach der Jahrhundertwende endlich klar war, dass die Kirche einst viel tiefer lag, wurden als erstes innen und außen die alten Grundfesten ans Tageslicht geholt, um diese trocken zu legen. Seitdem gehen kirchliche und weltliche Veranstaltungen provisorisch auf Brettern über die Bühne, die nicht unbedingt die Welt bedeuten. Denn da gehören nach historischem Vorbild eigentlich Keramikfliesen hin.

Einigkeit über Belag

Über den künftigen Belag sind sich alle Beteiligten längst einig. Nicht aber über das Höhenprofil von Kirchenschiff und Chorraum. Wer zum Altar will, muss derzeit drei Stufen erklimmen. Am Umgang mit dem Originalzustand und bedeutenden baugeschichtlichen Funden wie den Überresten eines für die Region sehr seltenen Lettners am Übergang zum Chorraum scheiden sich bislang die Geister. Das ehrgeizige Projekt geriet ins Stocken, weil die Vorstellungen der Kirchengemeinde, die die Stufen unpraktisch findet, und des Denkmalschutzes nicht vereinbar schienen (wir berichteten). Mit dem Nein der zuständigen Behörde liegen seit einiger Zeit immerhin auch über 300 000 Euro Fördermittel für das Projekt auf Eis.

Breite Beteiligung

Am kommenden Mittwoch, 28. Oktober, sollen im örtlichen Dorfgemeinschaftshaus die neuen Varianten für den letzten Bauabschnitt zur weiteren Restaurierung der Kirche St. Nikolaus vorgestellt werden, lässt Pfarrer Christian Buro in einer Pressemitteilung wissen. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Zuvor ist ab 18 Uhr die Kirche für eine Besichtigung durch die Gäste geöffnet.

Vom Architekten Tobias Spillner wurden in Zusammenarbeit mit dem Förderverein, der Kirchengemeinde und dem Denkmalschutz verschiedene Entwürfe erarbeitet, die nun der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen und im Idealfall zu einem Kompromiss führen. Die Kirchengemeinde möchte mit dieser Veranstaltung die Öffentlichkeit an der Entscheidungsfindung beteiligen und erhofft sich daher eine rege Beteiligung, heißt es in der Einladung.