Hohenberg-Krusemark l Vielleicht zunächst ein paar Eckdaten. Der Entwurf für den DRK-Kita-Neubau am Straßenhauser Weg Hohenberg-Krusemark sieht einen ovalen Grundriss vor. Das Gebäude, das zu zwei Dritteln die Kita und zu einem Drittel die Tagespflege für Senioren beherbergen soll, misst in der Länge 60 und in der Tiefe 20 Meter. Die Firsthöhe beträgt 16 Meter. Das Gebäude ist in Holzständerbauweise geplant, mit strohgedämmten Außenwänden und Kalkputz sowie laut aktuellem Entwurf mit einem reetgedeckten Kaltdach, das einen ordentlichen Dachüberstand vorsieht. Architekt Florian Hallmann sprach am Montagabend während der Vorstellung in gemeinsamer Sitzung des Finanzausschusses mit dem Schul- und Sozialausschuss der Verbandsgemeinde im Hort Arneburg von einem „kompakten Bau“.

Architekt Hallmann, der gemeinsam mit Kitaleiterin Katrin Eppert und DRK-Controller Viktor Schellert gekommen war, erklärte den Nutzen des Kaltdachs – nomen est omen – als sehr gute Kühlung für die Sommertage. Was die Dimension betrifft, sei es an jene der Umgebung angepasst. An die Stallanlagen gegenüber, an die hohen Pappeln, den großen Sportplatz, kurzum – die großen Dimensionen an diesem Ende von Hohenberg-Krusemark. „Im Dorf hätte man natürlich anders geplant“, so Hallmann am Dienstag gegenüber der Volksstimme. Aber Reet? Gebe es hier noch „und gab es hier vor den Ziegeleien überall auf den Dörfern“. Wobei, wenn gewünscht, könnte sich Hallmann alternativ auch eine Biberschwanzeindeckung vorstellen. Mit leicht niedrigerem Dach.

Der Finanzausschuss-Vorsitzende Wolfgang Trösken kritisierte sowohl die Höhe, als auch die Eingänge mit Tennencharakter und die Eindeckung mit Schilf: „Wo finden sie denn hier so etwas. In Sieben-Linden?“, fragte er. Derlei Anspielungen wollte Dirk Kautz, Bürgermeister von Hohenberg-Krusemark, nicht stehen lassen. „Meine Scheune ist 13 Meter hoch, davon ab finde ich die Diskussion hier unfair.“ Wenn auch Kautz zugab, von der Dimension des Objektes doch etwas überrascht zu sein.

Beleuchtung

Wie das mit der Beleuchtung des langen Flurs mittels dieser Tageslichtspots funktionieren soll, das möge Hallmann noch einmal näher darstellen. Wolfgang Trösken sagte: „Wir wollen ja keine dunkle Hütte.“ Das werde die Kita nicht, versprach Hallmann. Und betonte gestern noch einmal, dass die Mehrkosten von rund 300.000 Euro gegenüber der Planung 2016, die ein Investitionsvolumen von rund 2,09 Millionen  Euro vorsah, mit den gestiegenen Baukosten zu erklären sind. „Das kommt fast genau hin.“

Die Vorsitzende des Schul- und Sozialausschusses, Gabriele Andert, äußerte Wohlwollen für die Aufteilung, aber Bange vor einer „Villa de prozzo“. Die Verbandsgemeinde finanziere die Schule schließlich über die Jahre über die Nutzungsentgelte. Hallmann betonte, dass der Entwurf alles andere als eine „Villa de prozzo“ vorsieht. Ganz im Gegenteil: „Das ist eine ganz einfach Bauweise.“ Verbandsgemeindebürgermeister René Schernikau sieht in dieser auch den Vorteil, „dass mal wieder ein paar Angebote reinkommen, wir sehen es ja gerade beim Grundschulneubau Goldbeck. Wir hatten zehn Angebote“. Außerdem geht Schernikau davon aus, dass die Holzpreise weiter sinken.

Davon ab: die Raumaufteilung stieß bei den Anwesenden reihum auf Zustimmung. Die vier Gruppenräume, der Mehrzweckraum, der Verzicht auf Extra-Bespielungsräume à la Snoezelraum, Kreativraum und so weiter. „Diese Räume sind ohnehin ungenutzt“, äußerte sich Katrin Eppert, die noch einmal das pädagogische Konzept der Kita „Naturkind“ (nur ein Arbeitstitel) vorstellte. Mit Kinderküche, ganz viel Draußensein, Tieren nebenan auf der Koppel, wobei die Gemeinde unterstützt. Sie sprach von einem gruppenoffenen und jahrgangsübergreifenden Betreuungsangebot, von Integration und ihrer Vorfreude. Nicht zuletzt trage die alternative Bauweise mit dahinter stehendem Konzept auch dazu bei, dass sich die Kita von den anderen abhebt, was vom DRK ganz klar gewollt ist. Torsten Dobberkau, der in der Sitzung die höhere Versicherung mit Reetdach ansprach, sagte hinterher im Gemeinderat Goldbeck, „dass die da ein ganz super Ding planen“. Carsten Sommer äußerte: „Ich find den Entwurf klasse. Richtig mutig und eine Bereicherung für unsere Verbandsgemeinde und Krusemark.“