Seehausen l Seit Donnerstag werden in einer kommunalen Garage der Stadt auf dem Seehäuser Kirchplatz wieder die Früchte der Tafelgärten angeboten, die unter der Regie der Umwelt- und Landschaftssanierung Altmark in der Hansestadt und in Krüden betrieben werden.

Die Pflege und Urbarmachung verwaister Kleingärten im Rahmen einer Fördermaßnahme für sogenannte Ein-Euro-Jobber läuft mittlerweile das neunte Jahr. Seit 2017 wird die kostenlose Abgabe von Obst und Gemüse an Bedürftige in der Garage direkt neben der Auffahrt aus Richtung Steintorstraße organisiert.

Damen helfen ehrenamtlich

Dabei stand in diesem Jahr lange infrage, ob die Schollen überhaupt ordentlich bewirtschaftet werden können, nachdem das Job-Center die Leute wegen der Corona-Pandemie nicht nur aus den Tafelgärten abgezogen hatte (wir berichteten).

Bilder

Neu sei in diesem Jahr, dass die wöchentliche Öffnung der Abgabestelle unter ehrenamtlicher Regie läuft, weil insgesamt zu wenig Helfer zur Verfügung stehen, so Projektbetreuer Hans-Joachim Hildebrandt. Mit Bärbel Zenker und Karin Emme fanden sich zwei Damen aus Seehausen und Voßhof, die das Verteilen übernehmen. Dass die beiden Helferinnen zum Auftakt gestern genug zu verteilen hatten, ist auch den Osterburger Tafelgärtnern zu verdanken, die unter anderem Kirschen, Johannis- und Stachelbeeren beisteuerten. Die Wahrenberger Familie Kuhn hatte zudem einen größeren Posten Rhabarber dazugegeben, dessen Saison ebenso wie Spargel mit Johanni endet.

Blumen zum Auftakt

Von den Seehäuser und Krüdener Parzellen fanden sich Zwiebeln, Radieschen, Salat, Erbsenschoten, Mangold und anderes mehr in den Auslagen. Blumen waren dieses Mal nicht dabei. Bis auf eine Ausnahme. Hildebrandt spendierte Erna Packebusch einen bunten Strauß, die gestern als erste Kundin am Garagentor stand. Die Seniorin deckt sich seit ein paar Jahren regelmäßig zur Selbstversorgung mit den Gartenfrüchten ein, fragt allerdings auch immer nach der Spendenbox, mit deren Hilfe sozusagen ein Teil der neuen Ernte vorfinanziert wird.

Wie sich das gehört, erfolgt die Ausgabe von Obst und Gemüse coronagerecht mit dem nötigen Abstand zu den Kunden. Eine Scheibe soll beide Seiten vor einer möglichen Virusinfektion schützen.

Die Abgabestelle hat immer donnerstags von 10 bis 12 Uhr bis in den Herbst geöffnet. Das Angebot richtet sich nach den Früchten, die in den Tafelgärten gerade reif sind. Geld wird nicht verlangt. Und den Sozialhilfebescheid muss auch niemand vorlegen.