Literaturtage

Lachen erwünscht

Nach dem offiziellen Start der Landesliteraturtage in Osterburg übernahm die Hallenser Lesebühne die Regie.

Von Astrid Mathis

Osterburg l Osterburg nimmt eine Sonderstellung im Land ein, machte EinheitsgemeindeBürgermeister Nico Schulz zur Eröffnung der 25. Landesliteraturtage am Montagabend im Saal des Verwaltungsgebäudes deutlich. Schließlich war sie die erste Kleinstadt, die Landesliteraturtage ausrichtete (1998) und zum Sachsen-Anhalt-Tag (2007) einlud.

„Mein Haus ist dein Haus“, so lautet das Motto des aktuellen Literaturfestivals. Die einst vier Veranstaltungstage wurden auf zwei Wochen ausgebaut und gut gefüllt. Bestes Beispiel dafür ist der Auftakt durch die Lesebühne Halle. Christian Kreis und Peter Berg zogen die Gäste aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur mit kurzweiligen Texten in ihren Bann. Andreas Mikolajczyk lockerte mit seiner Ukulele auf.

Und das ging so: Mit spitzer Zunge kündigte Kreis an, Hallenser und Magdeburger im Raum müssten jetzt mal ganz stark sein. Er würde ein Regionalrequiem anstimmen. Lachen erwünscht. Wer in den letzten Jahren durch das Zentrum der Landeshauptstadt fahren musste, fühle sich wie auf einem Wüstenplaneten. Am Bahnhof angekommen, wäre jeder Zug recht, egal, wohin er fährt. Halle, auch nicht viel besser. Ja, „hier kann man alt werden, wenn man genug Antidepressiva hat.“

Humor, der tiefer geht, hatte Peter Berg ebenfalls zu bieten. Im Memoryspiel gegen ein kleines Mädchen zu verlieren, kann weh tun. In den Spiegel zu schauen, auch. „Du bist nicht hässlich, nur eitel“, versteht Kreis zu trösten. Die beiden wissen, von wem es kommt. Berg kann vom Feinrippschlüpper seines Vaters – „unten S, oben XXL“ – und dem undurchsichtigen Einkaufszettel der Mutter – „Biorispentomaten“ – reden und fährt trotzdem keinem vor den Karren.

Christian Kreis wiederum bringt vier Wochen nichts Negatives über die Altmark zustande, obwohl er so lange für 1000 Euro in Dahrenstedt bleiben muss. Zu schön, diese Idylle. „Der Walnussbaum verschattete den Innenhof“, ist das Gruseligste, was er in der Nachlese bieten kann. Dielen wie im Goethe-Haus, eine Maus unterm Bett. Das ist alles.

„Vegetarier im Raum? Veganer?“ will er am Ende wissen. Also, bitte! Wir sind in Osterburg! Darum liegt Kreis mit seinem Gedicht à la „Hörst du die Schreie der Weizenkleie?“ genau richtig. Schluss. Aus. Ab zum Buffet. Dort warten Mini-Hamburger, ganz unvegetarisch – der Auftakt der Landesliteraturtage war ein sehr gelungener.