Bauvorhaben

Lange Risse im Mauerwerk: Turm der Kirche Düsedau soll saniert werden

Für Michael Sommer, Pfarrer im Ruhestand, ist es ein Jahrhundertprojekt: 95 Jahre nach der letzten großen Instandsetzung will die Kirchengemeinde Düsedau den Turm ihres Gotteshauses sanieren.

Von Stephan Metzker
Michael Sommer, Pfarrer im Ruhestand und Mitglied der Kirchengemeinde Düsedau, zeigt auf den entstanden Riss im etwa 1,50 Meter dicken Mauerwerk des Turms.
Michael Sommer, Pfarrer im Ruhestand und Mitglied der Kirchengemeinde Düsedau, zeigt auf den entstanden Riss im etwa 1,50 Meter dicken Mauerwerk des Turms. Foto: Stephan Metzker

Düsedau - Die großen Risse am Turm der mittelalterlichen Kirche von Düsedau, die 1877/78 ihre heutige Gestalt bekam, sollen bald keine Sorgen mehr machen. Die Kirchengemeinde plant Sanierungsarbeiten, um das offenkundig schon lange bestehende Problem aus der Welt zu schaffen. So vermutet Michael Sommer von der Kirchengemeinde, „dass die alten Anker vielleicht damals schon eingebaut wurden, um einer Loslösung der westlichen Turmwand vom Gebäude entgegenzuwirken. Das ist wohl ein früher Hinweis auf die bis heute bestehenden Sorgen durch die Risse, die die Stabilität des Gebäudes gefährden.“

In der Nordwand läuft der Riss von oben bis unten durch das gut 1,50 Meter starke Mauerwerk von außen nach innen. Der südliche Riss ist außen kaum sichtbar, aber innen ebenfalls vorhanden. Ein weiteres Problem wurde durch die Baugrunduntersuchung im Rahmen der Bauvorbereitung erkannt. „Die 1877 stehengebliebenen romanischen Mauern, dazu gehört auch der ganze Turm, haben so gut wie kein in die Tiefe gehendes Fundament. Das erklärt, wieso der letzte Feldstein unten rechts an der Nordwand des Turmes unterwühlt werden und absacken konnte.“, berichtet Michael Sommer. Nach Sanierung der Mauern soll demzufolge eine Anschüttung bis zur Höhe der erhaltenen Türschwelle des vermauerten Südeingangs der romanischen Kirche die Fundamentsituation etwas zu verbessern. Ein ähnliches Schadensbild führte schon vor 95 Jahren (1926) zur letzten großen Instandsetzung des Turmmauerwerks und der damals noch vorhandenen achteckigen Turmspitze.

Der letzte Feldstein wurde unterwühlt und sackte ab.
Der letzte Feldstein wurde unterwühlt und sackte ab.
Foto: Stephan Metzker

„Auch die Turmtür war damals, 49 Jahre nach dem Einbau 1877, abgewettert und teilweise vermorscht. Das alles gehört bis auf die 1967/68 aus Materialmangel abgerissene Turmspitze auch jetzt zu den geplanten Bauvorhaben.“, informiert der Geistliche. Neben der Riss- und Mauerwerkssanierung sollen neue Schallluken das Wetter aus der Glockenstube fernhalten und auch den Vogelschutz verbessern. Eine stabile Aufhängung außen für den Adventsstern,eine Wetterfahne und eine Dachrinne an der Westwand sind geplant, sowie die Reparatur des Blitzschutzes und des Eingangstritts vor der Tür. Der Turm selbst muss für das Vorhaben innen und außen eingerüstet werden.

Neue Stahlanker zwischen der West und Ostwand sollen die rissbedingt geminderte Stabilität dann verbessern. Dazu werden beide Mauern in mehreren Ebenen durchbohrt. Die Orgel auf der Empore hinter der Ostwand des Turms wird deshalb zum Schutz vor Staub und Schäden eingehaust.

„Es ist quasi seit 1926 ein Jahrhundertprojekt“, meint Sommer. Die Baukosten betragen etwa 116?000 Euro. Durch Rücklagen aus der Kirchengemeinde, Spendengeldern, Kollekten, sowie Stiftungs-und Lottomittel sind die Kosten bis auf 6500 Euro gedeckt worden. „Wir hoffen auf weitere Unterstützung für die Realisierung des Projekts“, so der Pfarrer im Ruhestand. „Ich bin zuversichtlich, dass die Bauarbeiten bald beginnen können.“

Im alten Uhrenschacht sieht man  den Riss.
Im alten Uhrenschacht sieht man den Riss.
Foto: Stephan Metzker