Seehausen l Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel ist guter Hoffnung, dass die A 14 2025 in voller Länge von Dresden bis Wismar befahren werden kann. Das ließ er am Montag bei einer Informationsveranstaltung durchblicken, zu der die CDU-Ortsgruppe Seehausen neben ihrem Parteifreund aus Magdeburg auch regionale Unternehmer, Kommunalpolitiker und Verwaltungsleute in den Versammlungsraum der Feuerwehr eingeladen hatte.

Die jüngste Kompromissbereitschaft des BUND stimmte Webel offenbar ebenso optimistisch wie das Zurückziehen der Klagen von Stadt und Verbandsgemeinde Seehausen nach entsprechenden Gesprächen im Ministerium zum Planfeststellungsverfahren, an denen Landrat Carsten Wulfänger große Aktien habe, wie beide Seiten betonen.

Dass in fünf Jahren endlich der Verkehr auf der neuen Fernstraße und über die neue Elbebrücke laufen soll, vernahmen die Autobahnbefürworter wohlwollend aber mit Vorsicht. Denn das hieße, dass im kommenden Jahr auch auf dem letzten Abschnitt im Land der erste Spatenstich vollzogen werden müsste. Nicht nur Straßenbaufachleute halten den Zeitplan für sehr ehrgeizig.

Bevor der Verkehrsminister in Seehausen rund 50 Gästen Bilder vom Baufortschritt zwischen Dolle und Colbitz zeigte, über Stolpferfallen bei der Genehmigungsplanung berichtete und Fragen seiner Zuhörer beantwortete (mehr dazu in einer der nächsten Ausgaben), widmete er sich auf Anregung von Bernd Prange (stellvertretender CDU-Chef in Seehausen und Bauausschussvorsitzender des Verbandsgemeinderates) noch einem ganz speziellem Problem, das die Autobahn bei Geestgottberg mit sich bringen dürfte.

Mehr Probleme

Genau genommen, sind es mehrere Probleme, die alle mit dem Happy-Beton-Betriebsteil kurz vor der Elbe-Querung und dem dortigen Nadelöhr zu tun haben. Für das es wiederum eine einfache Lösung gäbe, die allerdings ihren Preis hat.

Die Alandstraße, die westlich der künftigen Autobahntrasse für die Anbindung des Mischwerkes ans Straßennetz sorgt, müsste hochgestuft oder zumindest die grundhafte Sanierung finanziert beziehungsweise überwiegend gefördert werden, damit ein Anschluss an die Landesstraße L 2 gewährleistet ist. Denn ohne die Ertüchtigung der Alandstraße würde der größte Teil des Lieferverkehrs künftig über die K 1020 von Seehausen in Richtung Norden (und anders herum) durch Geestgottberg rollen, weil an der Stelle die jetzige B 189 zur Autobahn wird und vor Ort keine Abfahrt geplant ist. Dass damit Proteste der Anwohner programmiert sind, vermutet nicht nur Felix Manzke, geschäftsführender Gesellschafter bei Happy-Beton, der es auch unlogisch finden würde, wenn die derzeit gesperrte Krugseebrücke auf halber Strecke zwischen Krüden und Geestgottberg im Zuge des Autobahnbaus schwerlasttauglich neugebaut, die darüber führende Alandstraße aber nicht ertüchtigt würde.

Was die Sache für das Land oder den Bund schwierig macht, ist die bereits zugesagte Sanierung der K 1020 östlich der B 189 sozusagen als Ersatz für die Inanspruchnahme der Noch-Bundesstraße als neue Autobahntrasse. Wofür Kreis und Anliegerkommunen durchaus dankbar sind, weil sich die Verkehrsader in einem erbärmlichen Zustand befindet. Allerdings ist allen Beteiligten klar, dass es schwer werden dürfte, zwei parallele Nord-Süd-Strecken saniert zu bekommen. In dem Zusammenhang betonen sie aber auch, dass die Alandstraße künftig nicht nur vom Mischwerk und dessen Kunden, sondern auch vom Ost-West-Durchgangsverkehr oder neuen Nutzern des kleinen Gewerbegebietes genutzt würde.

Zu einer Zusage ließ sich der Verkehrsminister erwartungsgemäß nicht hinreißen. Zumindest versprach er, das spezielle Problem mit nach Magdeburg zu nehmen. Die persönliche Besichtigung von Alandstraße und Krugseebrücke hatte er da sogar schon hinter sich. Allerdings unbeabsichtigt. Das Navigationsgerät des Ministerwagens hatte den Fahrer von Magdeburg kommend bei Vielbaum von der B 189 abbiegen und den vermeintlich kürzesten Weg zu Happy-Beton nehmen lassen. Und der führte lange über die Alandstraße. Zumindest bis die Krugseebrücke vor sechs Jahren selbst für Fußgänger und Radfahrer gesperrt wurde.