Osterburg l Am Großen Markt 14/15 in der Osterburger Altstadt übernimmt demnächst wieder die Kommune die Regie. Davon geht zumindest Detlef Kränzel aus. Der Käufer, ein Seehäuser Unternehmer, sei der Verpflichtung nicht nachgekommen, binnen eines Jahres nach Eigentumsumschreibung mit Baumaßnahmen zu beginnen, begründete der städtische Kämmerer. Daher habe die Einheitsgemeinde von ihrem Widerkaufsrecht Gebrauch gemacht.

Das Verfahren sei bereits angelaufen. Und auch das für die Rückabwicklung benötigte Geld hält die Kommune quasi griffbereit, es sei in den Haushaltsentwurf für 2020 eingestellt. Dabei geht die Einheitsgemeinde von insgesamt 60.000 Euro aus, die benötigt werden, um zum einen den Kaufpreis zurückzuerstatten sowie im Verfahren anfallende Kosten, unter anderem beim Notar, zu begleichen. Läuft alles wie im Osterburger Rathaus erwartet, könnte das „Heimholen“ der Musikmarkthalle noch im ersten Halbjahr 2020 erledigt sein.

Die Kehrtwende in Sachen Musikmarkthalle ist schon eingeleitet – Osterburgs organisierte Geflügel- oder Kaninchenzüchter können den Sekt trotzdem im Kühlschrank lassen. Denn eine dauerhafte Rückkehr in den „Schoß“ der Stadt soll die Wahrnehmung des Widerkaufrechts keinesfalls bedeuten, stellte Detlef Kränzel auf Nachfrage klar. „Die Stadt Osterburg ist bestrebt, die Weitervermarktung des Grundstückes abzusichern“, sagte er. Demzufolge sei faktisch auch schon jetzt auszuschließen, dass das geräumige Areal am Großen Markt in Zukunft wieder die Tierschauen der Osterburger Vereine beherbergen könnte, fügte er hinzu. Erklärte Absicht der Einheitsgemeinde sei es vielmehr, für die Immobilie zeitnah einen neuen Käufer zu finden. Und dafür scheinen die Chancen nicht schlecht zu stehen, „denn es gibt jetzt schon Interessenten“, zeigte der Kämmerer auf.

Auch beim ersten Verkauf der Musikmarkthalle zum Ende des Jahres 2017 konnten die Osterburger Stadtväter aus verschiedenen Offerten wählen. Damals gab die Aussicht auf eine gewerbliche Nutzung des teilsanierten Grundstückes den Ausschlag, warum die Räte für den Seehäuser Unternehmer votierten. Dieser hatte angekündigt, eine Stickerei in den Räumlichkeiten unterbringen und die Musikmarkthalle zudem für eine Nutzung als Veranstaltungs- und Weiterbildungshalle umzubauen. Mit diesen Absichten setzte er sich gegen einen zweiten Interessenten durch, der die Gebäude an der Straßenfront des Großen Marktes für Wohnzwecke fitmachen wollte, gleichwohl den auf dem Hof gelegenen früheren Werkstatthallen aber auch Potenzial für einen Osterburger Veranstaltungs- und Festsaal bescheinigte.

Welche Zukunft nun auf die frühere Musikmarkthalle wartet, bleibt erst einmal offen. Deutlich klarer zeichnen sich die nächsten Schritte für die Stadt Osterburg als designierte Wieder-Eigentümerin ab. Ist die Musikmarkthalle zurück im Besitz der Kommune, werde das Grundstück zeitnah erneut ausgeschrieben, machte Detlef Kränzel abschließend deutlich.