Arneburg-Goldbeck l Der Verbandsgemeinderat Arneburg-Goldbeck hat auch zum erweiterten Entwurf der Landesverordnung über die Natura-2000-Gebiete im Land Sachsen-Anhalt eine ablehnende Stellungnahme beschlossen. „Die Ausdehnung der sensiblen Uferbereiche von der Wasserkante der Elbe bis zur landwirtschaftlichen Nutzungsgrenze landeinwärts bedeutet eine deutliche Flächenvergrößerung des Schutzgebietes mit besonderen Einschränkungen“, heißt es darin. Tritt die Verordnung in vorliegender Verfassung in Kraft, dürften die Werbener vom 15. April bis 31. Juli (Brutzeit) den Sandstrand – eine beliebte Badestelle – nicht mehr betreten. Auch beträfe die Einschränkung den alten Hafen Altenzaun, der für den Bedarfsfall (Hochwasser) nutzbar bleiben sollte. Bauamtsleiterin Simone Kuhlmann schätzt, dass zwisschen Werben und Arneburg insgesamt ein Viertel des Elb­ufers von den Einschränkungen betroffen wäre. (Darüberhinaus ist die Verbandsgemeinde Teil von sechs Natura-2000-Schutzgebieten.)

„Ist keine landwirtschaftliche Nutzungsgrenze vorhanden, bildet die Böschungsoberkante auf Höhe der Beschilderung der Elbkilometer die Grenze des sensiblen Uferbereichs“, heißt es noch im neuen Entwurf. Werbens Bürgermeister formulierte dazu: „Dann können wir ja von April bis Juli zu Hause bleiben. Das darf nicht passieren. Wir haben schon keine Infrastruktur, jetzt will man uns die Elbe nehmen“.

VG-Ratmitglied Jochen Hufschmidt sagte, dass zu Recht Kritik an der Verordnung geübt wird, dass Landwirte, Angler und Jäger aber andererseits undifferenziert diskutieren würden. „Die Stellungnahme sollte auch die positiven Absichten von Natura 2000 beinhalten.“ Simone Kuhlmann verwies auf einen wohlwollenden Satz in der Stellungnahme zum ersten Verordnungsentwurf: „Das übergreifende Schutzgebiet soll das Naturerbe mit seiner Artenvielfalt sichern und bewahren und den weiteren Verlust an biologischer Vielfaklt stoppen.“

Das Landesverwaltungsamt hat bis dato nicht auf die Stellungnahmen des Verbandsgemeinderates und der Stadt Werben von Anfang 2018 zur ersten Verordnung reagiert, erbat aber bereits die Stellungnahme zum erweiterten Entwurf. „Da sieht man, wie mit uns umgegangen wird“, sagte Ratsmitglied Wolfgang Trösken.