Seehausen l Da, wo zwischen Stadtgraben und Fabrikstraße einst altmärkische Bauern aus der Region Obst und Gemüse in Dosen haltbar machen und in die Welt versenden ließen, investiert die Grundstücksverwaltungsgesellschaft Seehausen in eine Tagespflege mit angegliederter Sozialstation, die der DRK-Kreisverband „Östliche Altmark“ betreiben wird.

Die Arbeiten kommen planmäßig voran. Ende April wird das Objekt dem Träger übergeben. Mit dem 1. Mai kann die Betreuung nicht nur von Senio­ren beginnen, strahlt Mitgesellschafter und Projektleiter Karl-Heinz Ziebarth eine spürbare Zufriedenheit aus.

Derzeit geben sich unter anderem Heizungs- und Elektroinstallateure, Trockenbauer sowie Maler an der Arendseer Straße 113 die Klinken in Hand. Aber auch das Außengelände wird gärtnerisch gestaltet. Und demnächst kommen die ersten Möbel ins Haus.

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Kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Parallel dazu hat die Planung für das altengerechte Wohnprojekt auf dem selben Areal so weit Formen angenommen, dass Zie­barth dieser Tage mit der Baugenehmigung rechnet. Die Stadt hat auch bei diesem Neubau eine Ausnahmeregelung für ein flacheres Satteltdach zugelassen, weil für das ebenerdige Wohnen ebenso wie für die Tagespflege nur eine Etage benötigt wird und ein steiler Giebel nach Vorschrift nicht nur eine unnötige Investition wäre, sondern auch gewöhnungsbedürftig aussehen würde.

Geplant sind in einem Reihenhaus, das sich optisch der Tagespflege angleicht, drei Wohneinheiten zu je rund 60 Quadratmetern. Die Eingänge zeigen zur Fabrikstraße, also zum Stadtzentrum. Von den Terrassen aus gleitet der Blick über den Umfluter. Die Größe der Wohnungen und die Kosten sind so ausgelegt, dass auch ein verbleibender Partner nicht ausziehen muss. Praktischerweise können die Bewohner Betreuung durch die benachbarte Tagespflege in Anspruch nehmen. Groß Reklame ist nicht nötig. Für die drei Wohnungen gibt es schon über 20 Nachfragen.

Wenn der Baustart demnächst planmäßig erfolgt, soll das Reihenhaus noch in diesem Jahr bezugsfertig sein. Womit das etwa 5000 Quadratmeter große Areal wieder vollständig genutzt wäre. Ziebarth ist sich deshalb so sicher, weil schon ein Großteil der Firmen (die allermeisten aus dem Umland) vertraglich gebunden ist, mit denen man bei der Tagespflege sehr gute Erfahrungen in Sachen Qualität, Preis- und Termintreue gemacht habe.

Da der Bedarf an altengerechten Wohnungen in Seehausen offenbar groß ist, bietet sich auf dem nächsten Konserven-Grundstück zwischen Fabrikstraße, Markt und Arendseer Straße eine ähnliche Bebauung an, so der Projektleiter über künftige Aktivitäten der Grundstücksverwaltungsgesellschaft. Nicht verplant ist derzeit die direkte Fläche am Markt. Die Lücke müsste mit einem Bau geschlossen werden, der sich dem historischen Stadtbild an der Mühlenstraße angleicht. Aber man werde auf keinen Fall ein mehrstöckiges Wohn- und Geschäftshaus errichten, das dann leer steht. Für Anregungen ist die Gesellschaft aber offen.