Seehausen l Die Erleichterungen bei den Kontaktsperren durch die 6. Corona-Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt sorgen dafür, dass die Seehäuser Petrikirche im Rahmen des Projektes "Offene Kirche“ ab dem 13. Juni wie gewohnt auch von Gästen der Hansestadt besucht werden kann. Für Freitagnachmittag hatte die evangelische Pfarrerin Almut Riemann wieder Freiwillige eingeladen, die helfen wollen, die Öffnungszeiten abzusichern. Und zwar bis Mitte Oktober montags bis sonnabends jeweils in der Zeit von 10 bis 13 sowie 14 bis 17 Uhr. Sonntags ist ein Besuch des Hauses kurz vor oder nach den Gottesdiensten möglich.

Der Bedarf ist da. Seehausen verzeichnet wieder mehr Besucherverkehr, ist die Pfarrerin überzeugt, die am Freitag viele Seehäuser begrüßen konnte, die der „Offenen Kirche“ seit Jahren die Treue halten. Dass bei entsprechendem Abstand inzwischen auf eine Mund- und Nasenbedeckung verzichtet werden darf, nahm die Runde erleichtert auf.

Almut Riemann hieß die Ehrenamtlichen vor der Kirche willkommen, um dann im Gotteshaus den ersten Monatsplan festzuzurren und über die Neuigkeiten zu informieren, die den Besuchern nicht zuletzt durch das Engagement des Kirchenfördervereins präsentiert werden können.

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Das betrifft insbesondere das Projekt Türmerwohnung, das mit Mitteln aus der Denkmalpflegeförderung des Landes umgesetzt werden konnte (wir berichteten). Die insgesamt rund 60 000 Euro reichten dank jeder Menge Eigenleistung nicht nur dafür, einen Blick in das frühere Leben des Türmers zu werfen, sondern unter anderem auch, um Fensterläden zu ersetzen, die Schallluken der Glockenetage zu erneuern oder das Gewölbe des Kirchenschiffes von oben zu besichtigen.

Neu sind zudem die beiden wieder entdeckten Modelle, die die Hansestadt im Mittelalter und in der Neuzeit zeigen. Womit sich ein Besuch des Gotteshauses für Touristen ebenso wie für geschichtsinteressierte Seehäuser empfiehlt.

Der Startschuss für die „Offene Kirche“ fällt am kommenden Sonnabend, 13. Juni, wenn das Projektes Türmerwohnung ab 10 Uhr mit einem feierlichen Akt beendet wird. Wer die Treppen erklimmen will, muss sich eventuell etwas in Geduld üben, weil die Besucher derzeit nur in Fünfergruppen nach oben gelassen werden.

Im vergangen Jahr wurden übrigens 2783 Besucher außerhalb von Gottesdiensten, Konzerten und sonstigen Veranstaltungen in St. Petri begrüßt. 789 davon wollten schon da die halb fertige Türmerwohnung sehen. Mit der authentischen Nachstellung des Türmerlebens dürfte sich der Anteil der Gäste, die die Treppen erklimmen wollen, deutlich erhöhen.