Arneburg l Zu den Sehenswürdigkeiten nahe des Elberadwegs zählt auch die in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaute Arneburger Stadtkirche St. Georg, die damit zu den ältesten Gotteshäusern der Altmark zählt. Die Pforte des historischen Bauwerks lässt die Kirchengemeinde für Besucher offen. Und so schauen sich täglich Touristen in St. Georg um.

Das Projekt „Offene Kirche“ hat sich in der Elbestadt schon seit vielen Jahren bewährt. Karl Werner Vinzelberg, viele Jahre Vorsitzender des Gemeindekirchenrates und immer noch mit der Kirchengemeinde verbunden, erinnert sich an die 80er Jahre zurück: „Die Elbe war damals fast zugefroren. Und die Eisbrecher-Formationen lockten viele Leute an.“ Jene Schaulustige wählten oftmals den Blick vom Kirchengelände auf die Elbe. Die Menschenansammlungen wollte sich zu jener Zeit auch die Kirche zu Nutze machen. „Der damalige Pfarrer Haas hat gesagt: Wir brauchen jeden Pfennig“, weiß Vinzelberg zu berichten. Es wurde entschieden, die Stadtkirche zu öffnen, um auch Gästen die Möglichkeit der Besichtigung zu geben. Über die eingenommenen Spendengelder freute sich die Kirchengemeinde.

Die „Offene Kirche“ wurde seitdem beibehalten - immer vom 1. April bis 31. Oktober begrüßt St. Georg jede Menge Touristen, die meist mit dem Rad auf dem Elberadweg unterwegs sind und in Arneburg Station machen. „Das funktio­niert bei uns sehr gut“, sagt Karl Werner Vinzelberg, der für das Auf- und Abschließen der Kirche verantwortlich zeichnet. Auf ehrenamtliche Kräfte wie an anderen Orten verzichten die Verantwortlichen in Arneburg.

Die Besucher seien von der Orgel beeindruckt. Und das von August Zabel (kam aus der Silbermann-Schule) aus Tangermünde erbaute Instrument hat ein Jubiläum vor sich: Die Orgel wurde 1821 eingeweiht. Demnach kann sie im nächsten Jahr auf eine 200-jährige Geschichte blicken. Dieses Jubiläum möchte die Kirchengemeinde nicht unerwähnt lassen. Wie Pfarrerin Janette O­bara schon einmal ankündigt, soll zur Weihnachtszeit 2021 zu einem größeren Konzert zu Ehren der Zabel-Orgel eingeladen werden. Das Instru­ment, das nachweislich 1861 auf die Westempore von „Heiligen Georg“ umgesetzt wurde (ursprünglich stand sie in der Vierung auf dem Boden), konnte bereits aufwändig restauriert werden. „Das war 2011 der Fall“, blickt Vinzelberg zurück. Zu verdanken war dies auch den Mitgliedern des 2007 gegründeten Freundeskreises Kirchenorgel Arneburg. Und so erklingt das wertvolle Instru­ment von August Zabel noch heute. Matthias Schlase, Pastor im Ruhestand, spielt auf der Orgel.

Wie Janette Obara informiert, finden die Gottesdienste während der aktuellen Corona-Zeit in ihrem Pfarrbereich im sonntägigen Wechsel statt. Und zwar zwischen Arneburg und Groß Schwechten. In der Woche ist die Pfarrerin dann in den Orten bei den Abendsegen.