Kultur

Osterburg: Kreismusikschule plant für das neue Unterrichtjahr kleine Konzerte

An der Bahnhofstraße in Osterburg huschten in den zurückliegenden Wochen wieder Hände über Klaviertastaturen, glitten Finger über Gitarrensaiten. Die Kreismusikschule „Ferdinand Vogel“ hat ein Stück Normalität zurück. Und daran soll zum neuen Schuljahr nahtlos angeknüpft werden, hofft Kreismusikschulleiter Julian Gorus.

Von Nico Maß 20.07.2021, 18:14
Julian Gorus, hier am Klavier in den Osterburger Räumlichkeiten der Kreismusikschule Stendal, hofft für das neue Unterrichtsjahr wieder auf mehr Normalität.
Julian Gorus, hier am Klavier in den Osterburger Räumlichkeiten der Kreismusikschule Stendal, hofft für das neue Unterrichtsjahr wieder auf mehr Normalität. Foto: Nico Maß

Osterburg - Mehr als fünf Monate blieben Musikschüler und Lehrer coronabedingt auf Distanz. „Zwei Tage vor den Weihnachtsferien 2020 mussten wir schließen. Bis zur Wiederaufnahme des Regelbetriebes am 2. Juni war Unterricht ausschließlich online möglich“, blickt Julian Gorus zurück. „Zum Glück konnten wir dabei fast immer auf gute Verbindungen zurückgreifen“, fügt der Leiter der Kreismusikschule „Ferdinand Vogel“ hinzu. Ebenso profitierte die Einrichtung von den Erfahrungen aus dem ersten Corona-Lockdown im Frühjahr 2020. „Weil die erneute Schließung ja absehbar war, haben wir mit unseren Schülern schon im Vorfeld besprochen, wie ein Online-Unterricht funktionieren könnte“, so Gorus. Das habe sich bezahlt gemacht. Im zweiten Lockdown hätten deutlich mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene durchgehalten, resümiert der Musikschulchef. „Viele haben ganz toll mitgemacht.“

Musik-Früherziehung wird wiederbelebt

Dennoch sei die Zahl der Musikschüler von mehr als 300 deutlich in Richtung 200 zurückgegangen. Weil an Gruppenunterricht schlichtweg nicht zu denken war, mussten beispielsweise die Arbeitsgemeinschaften an Grundschulen, in denen Lehrer der Kreismusikschule Kinder kostenlos an Instrumenten unterrichteten, ihr Wirken einstellen.

Zudem wurden während des gesamten Lockdowns keine neuen Schüler aufgenommen. Aus diesem Grund habe sich eine Warteliste gefüllt. Nach der Rückkehr zum Präsenzunterricht habe man bereits einige neue Musikschüler aufgenommen, das Gros aber starte mit dem kommenden Unterrichtsjahr. Abgesehen davon verfüge die Kreismusikschule mit ihren zehn Lehrern über genügend Kapazitäten, um weiteren interessierten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Unterricht anzubieten. „Wir freuen uns auf Neuanmeldungen“, betont Julian Gorus. Angefangen bei Tastaturinstrumenten wie Klavier oder Keyboard über Gitarre, Streichinstrumente wie die Violine, Blasinstrumente wie Flöte bis hin zu Blechblasinstrumenten wie Trompete und Saxophon sowie nicht zuletzt das Schlagzeug reiche die Bandbreite, die in der Musikschule vermittelt werde. Zudem könne die Einrichtung die musikalische Früherziehung für Mädchen und Jungen im Vorschulalter wieder beleben. Ab Herbst stehe dafür eine Fachkraft zur Verfügung, Anmeldungen würden schon jetzt entgegengenommen, informiert der Kreismusikschulleiter.

Große Veranstaltungen bleiben vorerst tabu

Gorus hofft für das neue Unterrichtsjahr wieder auf mehr Normalität. Dennoch verliert die Einrichtung Corona und die Hygienemaßnahmen zur Vorsorge gegen die Pandemie nicht aus dem Blick. Auch dem Veranstaltungskalender für das zweite Halbjahr drückt Corona weiterhin den Stempel auf. So bleiben größere Konzerte bis Dezember tabu. Stattdessen plane man kleinere, klassenorientierte Vorspiele. Und auch eine kleine Auftrittsreihe, die er selbst am Klavier im Zusammenspiel mit Gitarrenlehrer Reiner Jüttner bestreiten möchte, hat Gorus für das zweite Halbjahr auf dem Zettel.