Wanzer l Kleine Regentropfen prasselten auf die 19 Schülerinnen und Schüler des Markgraf-Albrecht-Gymnasiums ein, als sie mit Astscheren und vielen Informationen zur Flusslandschaft ausgerüstet am Montagmorgen bei Wanzer loszogen, um die Auenwelt ein bisschen besser zu machen. Organisiert vom BUND-Auenzentrum Burg Lenzen schnitten sie Weidensteckhölzer um die Bockwindmühle. Diese wurden im Gebiet der „Hohen Garbe“ gepflanzt, wo sie Wurzeln bilden und zu Bäumen heranwachsen sollen.

Spannender Einsatz

Trotz der eher mäßigen Wetterbedingungen fanden die Schüler schnell Gefallen an der nicht ganz alltäglichen Tätigkeit. Diese erste Übung war Teil eines spannenden Aktiveinsatzes im Zeichen einer Pflanzaktion in der „Hohen Garbe“, die mit einem Auwaldanteil von rund 200 Hektar zu den größten und wichtigsten verbliebenen Hartholzauen an diesem Abschnitt der Elbe zählt.

Der praktische Einsatz war zugleich Höhepunkt von drei Projekttagen, die den jungen Leuten den Nutzen und Wert von natürlichen Auwäldern vermitteln sollten. Mit dieser Pflanzaktion leisten die Jugendlichen einen wesentlichen Beitrag zur Auwaldrevitalisierung, die Bestandteil von umfangreichen Renaturierungsmaßnahmen im Projekt „Lebendige Auen für die Elbe“ sind.

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Schon nach kurzer Zeit waren rund 300 Weidenstecklinge geschnitten, während eine andere Gruppe im Umfeld junge Ulmen, Eschen und andere Auwaldgehölze ausgegraben hatte. Später trafen sich alle Schüler in der „Hohe Garbe“ wieder. Dort teilten sich sie sich auf, um die Pflanzen in den Boden zu bringen.

Angeleitet wurden die Mädchen und Jungen vom Umweltpädagogen Norbert Krebber und vom Diplom-Forstwirt Jochen Purps. Von den Fachleuten erfuhren die Pennäler, worauf es beim Einpflanzen ankommt, was diese Bäume so anpassungsfähig und damit so nützlich für die geschützten Flächen in der Nachbarschaft des Stroms macht.

Geschafft aber glücklich

Die Bilanz der Pflanzaktion kann sich sehen lassen: Am Ende des Projekttages bilden etwa 30 neu gepflanzte Ulmen, Eschen, Weißdorn und Hartriegel sowie 50 Baum- und Korbweiden eine Basis für die weitere Verjüngung des Auwaldes. Insgesamt wurden in der Hohen Garbe bereits etwa 4000 solcher Gehölze ausgepflanzt. Etwas geschafft aber glücklich ging es per Bus wieder zurück nach Osterburg, wo das Thema Auwald die Schülerinnen und Schüler bestimmt noch über die Projekttage hinaus beschäftigen wird.

Das Projekt „Lebendige Auen für die Elbe“, in dessen Rahmen die etwas anderen Unterrichtstage standen, wird über das Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Weitere Mittelgeber sind Lotto-Toto Sachsen-Anhalt, die Umweltstiftung Michael Otto, die Allianz Umweltstiftung und die Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt.