Seehausen l Erst Berge von Kieselsteinchen, dann ganz viele Töpfe – auf den Beeten im Trichterbereich der Bahnstraße herrschte dieser Tage einige Bewegung. Der Seehäuser Gärtner Christian Schwander legte dort im Auftrag der Stadt die Staudenmischpflanzung namens „Blütenschleier“ an. Ob Raublatt-Aster, Himalaya-Perlkörbchen, Goldquirlgarbe, Winterling oder Teppich-Schleierkraut – die Hochschule in Bernburg erprobte einen Mix aus sogenannten Gerüstpflanzen, Füllpflanzen, Bodendeckern, Blumenzwiebeln und Begleitstauden.

Die Mischung ist laut Beschreibung gerade für Verkehrsinseln und Straßenbegleitgrün gut geeignet – und für trockene, durchlässige Substrate, für viel Sonne. Schwander, der die Idee an Bürgermeister Detlef Neumann (parteilos) herangetragen hatte, geht davon aus, dass die Beete auch in diesem Jahr schon einen Wow-Effekt haben werden. Auf diesen ist auch der Bürgermeister gespannt, wobei ihm neben der schönen Optik naturgemäß auch der wohl vergleichsweise geringe Pflegeaufwand am Herzen lag. Durch die Kieselsteine hätten die Stadtarbeiter es leichter, die Beete zu bearbeiten. „Die Staudenmischung ist gerade für Beete in öffentlicher Trägerschaft geeignet, da steckt Know-how hinter“, so Schwander. Die Beschreibung benennt als Pflegehinweis eine bodennahe Komplettmahd im Spätwinter. Sollte nach mehreren Jahren ein zu dichter Gesamteindruck entstehen, könne eine Junimahd auf 15 Zentimeter wieder für Struktur sorgen. „Wässern nur in der ersten Vegetationsperiode.“

Die Kieselschicht ist laut Schwander zehn Zentimeter dick und sollte einige Jahre vorhalten. Die Pflanzen werden direkt in die Steine gesetzt, „sie wurzeln dann nach unten durch“. Das Beet sei so angelegt, dass es von März bis November darin blüht.

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Die alte Bepflanzung war in die Jahre gekommen. Die ganze Bahnstraße entlang stehen in den Rabatten noch Rudimente aus jener Zeit, als die Straße erneuert wurde. „Wir probieren es jetzt erst mal vorn mit dem Beet und dann sehen wir weiter“, sagt Neumann. In ihr Pilotprojekt investiert die Stadt rund 5000 Euro. Ein paar kritische Stimmen sind schon zum Bürgermeister vorgedrungen. Was soll das da mit den Steinen werden? „Ich habe gesagt, wartet doch erst mal ab“, so Neumann. „Man ist heute einfach wieder weiter als vor 15  Jahren, das wird schön“, ist sich Schwander sicher.