Osterburg l „Unsere Kinder benötigen die Unterstützung der pädagogischen Mitarbeiter. Warum nimmt man sie uns weg?“ Diana Liebsch und Karola Knospe, Vorsitzende und Stellvertreterin der Elternvertretung an der „Anne-Frank-Schule“, können die Versetzung einer pädagogischen Mitarbeiterin nicht nachvollziehen. Zum 9. April wechselte diese an eine Stendaler Einrichtung. Nun stehen im Osterburger Lernort mit seinen aktuell 69 Schülern noch zwei pädagogische Mitarbeiterinnen zur Verfügung, um unter anderem Schüler vor Beginn der ersten Stunde aufzufangen, den Unterrichtsbetrieb zu begleiten und Kinder sowie Jugendliche nach Schulschluss zu betreuen.

Ein umfangreiches Aufgabenfeld, für das nun eine Kraft weniger zur Verfügung steht. Damit wollten sich Schüler und Elternvertreter nicht einfach so abfinden. Sie nutzten am Mittwoch eine Unterrichtspause, um ein Zeichen gegen den personellen Aderlass zu setzen. Denn die Versetzung hat die Schule ins Mark getroffen. Und sie weckte Ängste. So machten beispielsweise Befürchtungen die Runde, die vom Weggang einer zweiten pädagogischen Mitarbeiterin ausgehen und in diesen Wechseln den Anfang vom Ende der Schule sehen. „Nein. Der Bestand der Osterburger Förderschule steht nicht in Frage“, stellte dagegen Stefan Thurmann, Sprecher im Bildungsministerium, auf Nachfrage klar. Auch der befürchtete Wechsel einer zweiten pädagogischen Mitarbeiterin weg von der Osterburger Schule sei nicht angedacht. Als Grund für die bereits in die Tat umgesetzte Versetzung einer pädagogischen Mitarbeiterin an eine Stendaler Einrichtung nannte Thurmann, „dass die Osterburger Schule laut geltendem Schlüssel mit bis dahin drei pädagogischen Mitarbeiterinnen überversorgt war. Bedarfsgerecht für die Anne-Frank-Schule sind 58 Wochenstunden mit zwei Kräften.“ Weil es an anderen Lernorten an pädagogischen Mitarbeitern mangelt, würden möglichst sozialverträglich Wechsel vollzogen, um andernorts Unterversorgungen aufzufangen. Dass der Bedarf an diesen Fachkräften offenkundig aktuell sehr groß ist, zeigt auch die Ankündigung des Minsteriums, bis 2020 die Anzahl der pädagogischen Mitarbeiter im Land von derzeit 1500 auf 1800 aufzustocken.

Den Protest an der "Anne-Frank“-Schule verfolgten auch Bürgermeister Nico Schulz (CDU) und Bürgermeisterkandidatin Sandra Matzat (AfD) mit, beide waren von den Initiatorinnen der Aktion eingeladen worden. Sie äußerten Verständnis für den Protest, sowohl Matzat als auch Schulz hoben im Gespräch mit den Elternvertreterinnen die Bedeutung der pä­dagogischen Mitarbeiter für die Bildungseinrichtung hervor.

Diana Liebsch und Karola Knospe hoffen nun, dass die Schule keine weitere Fachkraft mehr verliert. Denn in dem Osterburger Lernort sehen sie ihre Kinder gut aufgehoben. Sie wüssten die engagierte Arbeit der Mitarbeiter ebenso zu schätzen wie die familiäre Atmosphäre an der Schule, machten die Elternvertreterinnen abschließend deutlich.