Losse l Spätestens 2022 soll der Verkehr in Losse über eine neue Ortsdurchfahrt rollen. Davon ist der Bürgermeister der „Altmärkischen Höhe“, Bernd Prange, fest überzeugt. Als Gemeindeoberhaupt, aber auch als Vorsitzender des Landkreis-Ausschusses für Bau, Verkehr und digitale Infrastruktur weiß er, dass der Ort beziehungsweise dessen Kreisstraße auf der Prioritätenliste inzwischen weit nach oben gerückt ist und die Planung für die Investition vorangetrieben wird.

Die Straße hat es allerdings auch bitter nötig. Das Holpern über die Kopfsteinpflasterpiste lässt die meisten Kraftfahrer ganz freiwillig auf 30 Kilometer pro Stunde abbremsen. Eine entsprechende Beschilderung bräuchte es im Bedarfsfall nicht. Kaum einer der vielen Natursteine liegt noch ordentlich in seinem Kiesbett.

Fahrbahn bekommt eine Asphaltdecke

Die Tage des Natursteinpflasters sind allerdings gezählt, denn die neue Fahrbahn soll in Asphalt hergestellt werden. Womit die rund 700 Meter lange Straße auch ihrer Bedeutung gerecht würde, denn sie ist wichtiger Teil der Umleitungsstrecke, wenn die B 189 bei Seehausen aus verschiedensten Gründen einmal gesperrt werden muss.

Nach ersten Schätzungen sind rund 1,3 Millionen Euro für die Investition eingeplant. Herr des Verfahrens wäre der Landkreis Stendal als Baulastträger und Geldgeber für Fahrbahn und Straßenentwässerung. Einen Mischwasserkanal (Bürgermeisterkanal) gibt es in Losse nicht. Die biologisch vorbehandelten Abwässer werden auf den eigenen Grundstücken verrieselt. Die Gemeinde ist üblicherweise für die Nebenanlagen wie zum Beispiel Gehwege, Begleitgrün oder Straßenbeleuchtung zuständig. Die Ausgaben für die Gemeinde „Altmärkische Höhe“ sollten sich indes in Grenzen halten, weil die Laternen schon einmal nach der Wende ebenso erneuert wurden wie der Gehweg, der sich bis auf ein kurzes Stück am Ortsausgang in Richtung Dequede auf der westlichen Seit der Fahrbahn befindet und dort auch bleiben soll.

Räte und Anwohner werden informiert

Lediglich, wo sich Straße und Fußsteig bei der Investition ins Gehege kommen, weil die Fahrbahn DIN-gerecht auf 5,50 Meter Breite ausgebaut werden soll, muss das Betonpflaster aufgenommen und neu verlegt werden. Bevor es so weit ist, sollen der Gemeinderat und die Anlieger aber eine detaillierte Vorstellung über die Bauplaung aus fachlicher Quelle präsentiert bekommen, betont der Bürgermeister.

Große Sorgen vor einer finanziellen Beteiligung an den Kosten für die Nebenanlagen per Straßenausbaubeitragssatzung müssen sich die Haus- und Grundstückseigener rechts und links der Dorfstraße offenbar nicht machen. Nach derzeitigem Stand und den Diskussionen im sachsen-anhaltischen Landtag droht den Paragraphenwerken der Kommunen sowieso das Aus, bevor es Rechnungen gibt. Und wenn das nicht so wie vermutet kommen sollte, gilt es als sicher, dass die Beträge der Anlieger wie beim Wegebau in Gagel über die Sponsorengelder des Windparkes beglichen werden können. Der Vertrag, den die Gemeinde vor ein paar Jahren abschloss, gebe das her, versichert Prange im Gespräch mit der Volksstimme.