Osterburg l Von Handwerkern keine Spur mehr, statt Baulärm füllte lauter Torjubel den Pausenhof aus. Zweitklässler kickten am Donnerstagvormittag begeistert auf dem neuen Bolzplatz ihrer Schule, der erst in den Sommerferien endgültig Gestalt angenommen hatte. Das Kickerfeld und der angrenzende Spielplatz waren im Zuge der Neugestaltung der Außenanlagen erst zum Finale der millionenschweren Investition in das Blickfeld der Handwerker gerückt.

Mehr als drei Millionen Euro investiert

Für mehr als drei Millionen Euro, darunter 2,3 Millionen Euro Fördermittel aus dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, hat die Einheitsgemeinde ihren Flessauer Grundschulstandort seit Herbst 2017 modernisieren lassen. Brachten Handwerker zuerst das Dach, die Wärmedämmfassade sowie die Blitzschutzanlage des Schulgebäudes auf Vordermann, folgten in den Wochen und Monaten darauf unter anderem Arbeiten an einem Anbau, in dem unter anderem der auch als Aula genutzte Speiseraum untergebracht ist. Sämtliche Klassen- und Horträume wurden modernisiert und die sanitären Einrichtungen erneuert. Das Schulgebäude verfügt jetzt über einen behindertengerechten Aufzug, eine Heizungsanlage auf Basis erneuerbarer Energien sowie über LED-Beleuchtungen. In der Sporthalle erneuerten Handwerker unter anderem die sanitären Einrichtungen, außerdem wurde die Fassade des Sportgebäudes auf Vordermann gebracht.

Dies alles umzusetzen, dauerte deutlich länger als geplant. Über drei Unterrichtsjahre hinweg habe die Schule aufgrund des Baubetriebes unter eingeschränkten Bedingungen arbeiten müssen, „oft genug sind wir dabei auch an Grenzen gestoßen“, blickte Schulleiter Olaf Jaensch am Donnerstag zurück.

Digitale Ausstattung hinkt hinterher

Aber „die Mühen haben sich gelohnt“, stellte er fest. Ihm hat es ganz besonders die freundliche Gestaltung der Schule angetan, zudem zeigte er sich von den Auswirkungen der Schallschutzmaßnahmen beeindruckt: „Es ist kaum zu glauben, welche Ruhe jetzt in den Räumen herrscht.“ Auch die neuen Außenanlagen wie den Bolzplatz oder den als Speiseraum und Aula genutzten großen Raum im neuen Anbau hebt er hervor. Der Schulstandort sei jetzt in nahezu allen Bereichen toll aufgestellt. Die Küche kommt noch, nur die Digitalisierung halte leider nicht Schritt. Gegenwärtig verfüge die Schule über eine digitale Tafel und einen PC-Raum mit mittlerweile sieben Jahre alten Computern, so Jaensch, der sich vom Land Sachsen-Anhalt administrierte, standardisierte Laptops oder Tablets für Schüler sowie eine leicht zu händelnde, einheitliche Lernplattform wünscht. Vom viel zitierten „Digitalpakt“, so ist das Förderprogramm überschrieben, mit dem die Bundesregierung in den Ländern die Digitalisierung von Schulen unterstützen will, sei in Flessau jedenfalls noch nichts angekommen.