Nach Corona-Dürre

So schmeckt der Sommer: Osterburger genießen beim Bürgerfest die Leichtigkeit des Seins

Die Osterburger Sommernächte sind eröffnet. Rund 150 Leute kamen am Freitagabend bei angenehmer Temperatur zum Bürgersommerfest, lauschten der Live-Musik, tranken ein Schlückchen, aßen einen Happen. So genossen sie in Gemeinsamkeit nicht weniger als die lang vermisste Leichtigkeit des Seins.

Von Karina Hoppe
Einfach so sitzen, trinken, essen und plaudern, dazu Musik –  zum Glücklichsein brauchte es nicht mehr auf dem Bürgersommerfest Osterburg.
Einfach so sitzen, trinken, essen und plaudern, dazu Musik – zum Glücklichsein brauchte es nicht mehr auf dem Bürgersommerfest Osterburg. Foto: Karina Hoppe

Osterburg - Es kamen auch Gäste aus Hannover in den Innenhof der Stadtverwaltung. Das heißt, Heiko Buß und Andy Reed verbringen gerade eine Woche Urlaub in einem Bungalow am Arendsee. Und als sie vor vier Wochen zur Vorbereitung ins Internet geschaut hatten, „war dieses Fest im Umkreis das einzige, das uns angezeigt wurde“, sagte Andy Reed lachend mit einem Bier in der Hand. Bevor sie zum Fest kamen, drehten sie eine große Runde mit dem Fahrrad in der Umgebung. In Krumke waren sie zum Beispiel. Es sei alles wunderschön hier, die Landschaft und überhaupt.

Machen Sie ein Foto von uns? Die Stimmung beim Bürgersommerfest Osterburg war ausgelassen.
Machen Sie ein Foto von uns? Die Stimmung beim Bürgersommerfest Osterburg war ausgelassen.
Foto: Karina Hoppe

Die Stadt Osterburg vernahm bereits 2020 den Hunger der Bürger nach Unterhaltung und hob den Veranstaltungsreigen „Osterburger Sommernächte“ aus der Taufe. Er war letztes Jahr ein großer Erfolg, das darf sich gerne wiederholen, sagte Bürgermeister Nico Schulz (Freie Wähler). Ganz bewusst setze die Kommune dabei nicht mehr allein auf Sponsoring. „Wenn sich die Sommernächte etablieren sollen, müssen sie finanziell auf eigenen Beinen stehen“. Zwei Unternehmen gaben noch etwas dazu. Bis aufs Bürgersommerfest, das Kindersommerfest und den Poetry Slam, werde trotzdem Eintritt genommen. Das scheint aber niemanden zu stören, auch die Osterburger sind ausgehungert, was schöne Unterhaltung betrifft. Wie glücklich doch ein Zelt, ein Getränk und etwas Herzhaftes dazu machen können. So jedenfalls der Eindruck am Freitag, der auch musikalisch etwas zu bieten hatte. Zuerst betrat Peter van Meegen nebst Partnerin die Bühne, später „No Limit“.

Lena feierte neben dem Festzelt ihren 7. Geburtstag. Falls dem Bürgerfest das Essen ausgeht,  sie hätten noch was, witzelte Opa Rainer Estel.
Lena feierte neben dem Festzelt ihren 7. Geburtstag. Falls dem Bürgerfest das Essen ausgeht, sie hätten noch was, witzelte Opa Rainer Estel.
Foto: Karina Hoppe
Matthias Klaus und Lothar Ernst von der Band „No Limit“ brachten Stimmung ins Osterburger Festzelt.
Matthias Klaus und Lothar Ernst von der Band „No Limit“ brachten Stimmung ins Osterburger Festzelt.
Foto: Karina Hoppe

Bürgermeister Schulz sprach dem Kulturausschussvorsitzenden Wolfgang Tramp (Die Linke) einen besonderen Dank aus. „Er bringt sich ein wie ein hauptamtlicher Kulturmanager, das war ja so nicht zu erwarten.“ Nicht minder Schulz’ Worte in Bezug auf Stadtmitarbeiterin Doreen Weingart, die viele tolle Ideen für das Sommerfest gehabt habe, zum Beispiel das Kinderfest auf den Weg brachte.

Angesprochen von seinem Seehäuser Amtskollegen Rüdiger Kloth (Freie Wähler) verwies Schulz auf die Unterschriftenliste, die auf das Ende der Waldbesetzung im Losser Forst abzielt. Und auch Corona war ein Thema, aber kein großes. Rund 100 Leute mehr hätten laut Richtlinie kommen dürfen. „Aber vielleicht war es doch gut so, wegen der Abstände. Ich bin zufrieden, die Stimmung war toll“, sagte Nico Schulz.

Hallo Osterburg! Einen Abstecher vom Arendsee machten: Heiko Buß und Andy Reed.
Hallo Osterburg! Einen Abstecher vom Arendsee machten: Heiko Buß und Andy Reed.
Foto: Karina Hoppe