Plätz l Heinls haben nochmal aufgestockt. Auf nunmehr fünf Hektar Fläche lässt das Plätzer Unternehmen Spargel unter Tunneln wachsen. Nach oben doppelt mit Folie geschützt und von unten mit Abwärmen von Biogasanlagen bedacht, wird das Wachstum um ein Vielfaches beschleunigt. So konnten die deutschen und polnischen Erntehelfer bereits am Montag ihre Arbeit aufnehmen. Bis auf sonntags wird täglich gestochen. „Aber es läuft langsam an“, so Heinl.

Knapp zwei Wochen früher als 2016 beginne die Ernte auch, weil die Wärme aus der Biogasanlage schon früher dazugeschaltet wurde. „Wir müssen uns mit diesem System auch erst einfuchsen.“ Die vergangene Saison war die erste mit frühem Spargel aus dem „Gewächshaus“. Ehepaar Heinl war vorher viel herumgereist, hat sich schlau gemacht und bedient nun mit den Tunneln eine Marktnische, „um im Wettbewerb mitzuhalten“. Handelsketten und Großmärkte kaufen den frühen Spargel, auch die Hütten werden bereits geöffnet.

Aktuell sind rund 30 Ernte­helfer auf dem Spargelhof zu Gange. In der Hochsaison werden es mehr als 100 sein. Aber so leicht wie vor Jahren sei es nicht mehr mit der Belegschaft. „Wir erleben da gerade einen richtigen Umbruch, einen Generationenwechsel“, so Klaus Heinl. Die „alten“ Arbeiter, die zig Jahre immer wiederkamen, hören auf. Neue, Jüngere binden sich nicht so an den Hof. Die Fluktuation steigt, damit auch der Aufwand, die Arbeiter immer wieder einzuweisen. „Es ist echt schwer, Leute zu finden.“ Der Spargelhof Heinl zahle über Mindestlohn. Und trotzdem: „Es ist auch nicht mehr so leicht, an Verkäufer für die Hütten zu kommen.“

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Bessere Qualität bei Spargel

Im Wettbewerb um die Ernte­helfer sieht Heinl die Tunnel als Vorteil. „Darunter kann man im T-Shirt arbeiten.“ Kein Wind und kein Regen stören beim Spargelstechen. „Viele hören Musik dabei. Die Stimmung ist gut.“ Und der Spargel?

Es liege an den neuen Züchtungen, dass das Gros des Spargels „1-A-Ware“ sei. Ganz anders als noch vor Jahren, wo 60 statt heute 90 Prozent des Edelgemüses Handelsklasse A waren. „Wir haben hier keine spezielle Sorte, der Spargel ist allgemein besser geworden.“

Jetzt sollte nur die Sonne noch etwas mehr scheinen. „Sonne und kalte Temperaturen sind gut für Spargel im Tunnel.“ Voraussichtlich bis 25. April dauere die „Tunnelsaison“, dann geht es nahtlos über in das Freilandgeschäft. Insgesamt bewirtschaftet der Spargelhof Heinl, der seine erste Plätzer Spargelsaison 1999 erlebte, 60 Hektar Land. Der Spargel außerhalb der Tunnel erhalte als Katalysator „nur“ die übliche Folie direkt auf den Reihen. Spargel vom Freiland wird es sicher auch schon beim 17. Spargelhoffest geben: Es geht am Sonnabend, 6. Mai, über die Bühne.