Seehausen l Katzen haben in der Seehäuser Kommunalpolitik bekanntlich keine große Lobby. Seit die Verbandsgemeinde vor Jahren aus Kostengründen aus dem Tierschutzverein Stendal austrat, um Notfälle nach Wittenberge zu delegieren, fühlt sich auch niemand mehr für streunende Katzen zuständig. Wäre da nicht die „Katzen­oma“ Margot Schulze. Mit ihrem Engagement macht sich die 77-Jährige allerdings nicht nur Freunde. Wobei sie immer betont, dass das Füttern Mittel zum Zweck ist, um die Tiere handzahm zu machen, damit sie bei Krankheiten behandelt oder gegen Parasiten geschützt werden können und um immer mal wieder ein Tier der Kastration zuzuführen.

Das alles meist auf eigene Kosten oder mit Hilfe von Spenden. So wie gestern, als sich Stadträtin Susanne Bohlander (Bündnisgrüne) mit der Senio­rin an der Fabrikstraße traf, um ihr ein paar Dosen Futter und 300 Euro zu übergeben, die Einwohner ihr und ihrer Fraktionskollegin Katrin Baier (Die Linke) zukommen ließen.

Dazu gab es wieder ein paar süße Katzenzungen, um die „Katzenoma“ zu ermuntern, in ihrem Engagement nicht nachzulassen. So wie die beiden Kommunalpolitikerinnen, die erst kürzlich bei der Beratung zum 2020er Haushalt der Hansestadt mit einem Antrag scheiterten, 1500 Euro für Katzensterilisationen bereitzustellen (wir berichteten).

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Entmutigen lassen sich die beiden Damen von ihrem Misserfolg nicht. Sie wollen jetzt im Verbandsgemeinderat mit Hilfe der Links-Fraktion eine Initiative starten, wieder Mitglied im Tierschutzverein Stendal zu werden. So wie die Nachbargemeinde Osterburg, wo die Katzensterilisation einen anderen Stellenwert genießt. Dem Gremium könnte die Entscheidung eventuell dadurch leichter gemacht werden, dass das Land laut Bohlander Kommunen für den genannten Zweck Zuschüsse in Aussicht stellt, wenn ein Tierschutzverein mit im Spiel ist.

Übrigens teilen nicht alle Seehäuser Einwohner die Auffassung des Stadtrates. Das beweisen die Spenden, aber auch die Bereitschaft eines nicht genannt werden wollenden Hansestädters, der drei Sterilisationen aus seiner privaten Tasche zahlen will. Nicht zu vergessen Leute, die keine bekennenden Katzenfreunde sind, aber trotzdem Futter spenden. Auch die gibt es, so Margot Schulz im Gespräch mit der Volksstimme.

Andererseits gibt es die ex­tremen Katzenhasser, die – wie in den vergangenen Tagen geschehen – sogar vom Vergiften der Tiere nicht zurückschrecken. Denen empfiehlt Susanne Bohlander mal nachzulesen, was das Tierschutzgesetz da für Strafen vorsieht.