Osterburg l Waltraud Schubert war auf dem Edeka-Parkplatz in Osterburg gerade dabei, ihre Einkäufe in den Kofferraum ihres Autos zu laden, „dann stand plötzlich ein junger Mann neben mir und hielt mir eine Kladde mit einer Unterschriftenliste vor die Nase“, erinnert sich die Einwinklerin. Sie habe gestutzt und ihn gefragt, was das ist. In etwa stand geschrieben, dass der Landesverband für Behinderte und Taubstumme ein Begegnungszentrum bauen möchte. „In Osterburg?“ So fragte sie noch und der Mann nickte. Man sammele Spenden dafür. „Es standen sechs Unterschriften mit jeweils 20 Euro auf der Liste, ich war so überrascht, unterschrieb und gab ihm auch 20  Euro“, berichtet Waltraud Schubert gegenüber Volksstimme. Und mehr noch, hiernach erbat der Mann weitere 10 Euro zum Essen für sich persönlich. Auch die gab Waltraud Schubert ihm. „Ganz fix war er mit seinem schwarzen Auto weg.“ So schnell, dass Waltraud Schubert, die den Braten nun roch, sich weder das Nummernschild noch die Automarke merken konnte. Sie ist betrogen worden, das war ihr klar und lässt sie den Kopf schütteln. „Ich war bis heute der Meinung, dass ich auf so durchsichtige Tricks nicht hereinfallen würde“, sagt sie.

Man ist darauf nicht vorbereitet

Polizeihauptkommissarin Tanja Köhnke hat auch genau das schon öfter gehört. Die Menschen glauben, sie seien immun gegen diese Tricks, aber man sei eben nicht vorbereitet, wenn es passiert. Die beschriebene Masche vom Parkplatz Osterburg sei aktuell nicht weiter bei der Polizei aufgelaufen. Dafür aber immer wieder alles mögliche andere: Am meisten werde übers Telefon getrickst. „Diese Leute suchen im Telefonbuch nach Namen, die alt klingen und versuchen es dann. Sie setzen die Senioren unter Druck, manipulieren sie.“ Mal gehe es um das gewonnene Gewinnspiel, bei dem für die Ausschüttung des Gewinns erst noch Geld überwiesen werden muss – und leider manchmal wird. Mal ist es der berühmte Enkeltrick, die Bitte um Hilfe, weil der Enkel in Not ist. Dann gibt es den falschen Handwerker, den falschen Polizisten an der Tür oder die vermeintliche Einkaufs-Tragehilfe. „Da passen die Leute die Senioren auf dem Parkplatz ab, bringen ihnen die Beutel nach Hause und räumen die Wohnung aus. „Ist auch in Osterburg passiert.“ Gerade in der Weihnachtszeit, so warnt Tanja Köhnke, würden sich wieder mehr Betrüger auf den Weg machen.

Waltraud Schubert ist erstmal geheilt. „Es ist mir eine Warnung und ich möchte auch andere davor bewahren, sich so überraschen zu lassen.“