Hallenbad

Stadt verschiebt Sanierung

Die Hoffnung auf eine Runderneuerung des Osterburger Hallenbades hat sich vorerst erledigt.

Alltagsbetrieb in der Osterburger Schwimmhalle

Osterburg l Der Förderantrag bleibt in der Schublade: Statt wie lange Zeit angedacht in diesem Jahr um die nötige finanzielle Unterstützung für die Sanierung des Osterburger Hallenbades zu ersuchen, tritt die Einheitsgemeinde bei dem Millionenprojekt auf die Bremse. Die Runderneuerung der Schwimmhalle werde verschoben. Darauf habe man sich im Rahmen der Haushaltsberatungen für 2021 verständigt, teilte Bauamtsleiter Matthias Köberle auf Nachfrage mit.
Grund sei die finanziell angespannte Lage der Einheitsgemeinde, stellte Bürgermeister Nico Schulz (Freie Wähler) klar. Weil das Land die Schlüsselzuweisungen für die Einheitsgemeinde Osterburg auf Null gesetzt hat und sich zudem die Kreisumlage erhöhte, stehen Osterburg in diesem Jahr rund 1,8 Millionen Euro weniger zur Verfügung als 2020, erklärte Schulz. „Ohne dieses Minus wäre die Badsanierung für uns machbar gewesen“, sagte er. So aber habe man das geschätzt 3,3 Millionen teure Großprojekt verschieben müssen, weil der auf 330?000 Euro veranschlagte finanzielle Eigenanteil für Osterburg mittelfristig nicht mehr darstellbar sei, fügte Bauamtsleiter Köberle hinzu.
Die Runderneuerung des Hallenbades, in der die Kommune unter anderem die Bädertechnik in Ordnung bringen will und für Aufwertungen wie ein Kinderplanschbecken, Schalldämmmaßnahmen sowie die barrierefreie Erschließung der Schwimmstätte sorgen möchte, ist zwar auf 2025/26 verschoben. Doch sollen sich auch in den kommenden Jahren Schwimmer in dem 25 Meter langen und 12?Meter breiten Wasserbecken tummeln können, muss die Einheitsgemeinde dringend notwendige Reparaturarbeiten finanzieren. In der Schwimmhalle seien erst kürzlich neue Schäden festgestellt worden, bestätigte Matthias Köberle. „Dabei handelt es sich um Fliesenschäden im Bereich des Beckenumgangs. Aufgrund dieser Schäden haben wir mit der Landessportschule abgesprochen, dass das Wasser aus dem Becken gelassen und ein Gutachter zu Rate gezogen wird“, sagte der Bauamtsleiter.
Bei dem Gutachter handelt es sich nach Köberles Angaben um einen Fachmann, der sich vor mehreren Jahren schon einmal mit dem Osterburger Hallenbad beschäftigt hatte. Er werde am kommenden Dienstag vor Ort sein, um sich ein Bild vom Zustand der Schwimmstätte zu machen, kündigte der Bauamtsleiter an. Von Einschätzung des Gutachters hänge dann ab, „welche Maßnahmen vorgenommen werden müssen, damit der Badebetrieb wieder aufgenommen und gesichert werden kann.“
Matthias Köberle sagte aber auch, „dass mögliche Reparaturen nur dafür sorgen können, die Schwimmhalle weiterhin in Betrieb zu halten. Die Ursache für die Probleme beseitigen wir mit Reparaturarbeiten nicht. Das bekommen wir erst im Zuge der Sanierung hin.“
Die Ursache dafür, dass sich die Schwimmstätte zu einem „Sorgenkind“ entwickelt hat, soll im Fliesenbett des Bades liegen. Nach einem Gutachten sollen beim Neubau der Ende Juni 2006 eröffneten Schwimmhalle die Fliesen im Becken und Beckenumgang nicht sachgemäß verlegt worden sein. So hätte Wasser dort eindringen können. Dies habe in der Folge zu Schäden geführt, die in den zurückliegenden Jahren bereits regelmäßig Reparaturarbeiten einforderten und letzten Endes eine umfassende Sanierung des Hallenbades nötig machen.