Walsleben l Weil ein Prüfer ihre Standsicherheit als nicht mehr gegeben einschätzte, sperrte die Einheitsgemeinde am 18. März 2014 die am Sportlerheim gelegene Uchtebrücke. Drei Jahre später ist die Brücke immer noch gesperrt. Und die Geduld der Walslebener erschöpft. Das zeigte sich am Mittwochabend während der Ortschaftsratssitzung. Eindringlich forderte der heutige Ortspolitiker und frühere Bürgermeister Ernst Jesse seine Ratskollegen sowie Orts­chefin Christine Klooß dazu auf, die Einheitsgemeinde für eine Wiederbelebung der Flussquerung in die Pflicht zu nehmen.

Die Zeit dränge, denn noch könne das Brückenbauwerk instand gesetzt werden, glaubt Jesse. Anders das Osterburger Bauamt. Das kam bereits 2014 zu der Bewertung, dass die 1998 in Dienst gestellte Konstruktion unter vielen gravierenden Problemen (unter anderem Pilzbefall) leide und nicht mehr reparabel sei. Die Einheitsgemeinde visierte deshalb einen Neubau an. Doch als sich die Hoffnung auf Fördermittel aus dem Leader-Programm nicht erfüllte, rutschte das Thema von der Tagesordnung. Und immer mehr aus dem Blickfeld, befürchten die Walslebener.

So äußerte Jesse die Vermutung, dass die Osterburger Verwaltung eine Wiederbelebung der Flussüberquerung gar nicht mehr ernsthaft auf der Agenda habe. Dabei sei die Brücke auch im Hinblick auf den nach wie vor dringend eingeforderten Radweg Walsleben-Düsedau von Bedeutung. Schließlich setzt auf der gegenüberliegenden Flussseite ein Weg an, der durch ein Waldgebiet und nach rund 500 Metern an die Straße Walsleben-Düsedau führt. Die beiden früheren Bürgermeister Erika Zier und Friedhelm Roesler, die als Gäste an der Sitzung teilnahmen, forderten die Kommune ebenfalls zum Handeln auf. „Mehr als 90 Prozent unserer Einwohner wollen die Brücke zurück“, stellte Erika Zier klar. Sie verwies auf eine entsprechende Unterschriftensammlung, in die sich bereits mehr als 300 Einwohner aus Walsleben und Umgebung eingetragen hätten. Und auf die Pflicht und Schuldigkeit der Kommune, auch in Walsleben zu investieren. Diesbezüglich gebe es ohnehin Nachholebedarf, die letzten größeren Maßnahmen seien noch ohne „Geld aus Osterburg“ finanziert worden, erinnerte Ernst Jesse.

Eine Ausnahme stellt der barrierefreien Zugang zum Dorfgemeinschaftshaus dar, der 2016 eingerichtet wurde. Aber auch der stieß am Mittwoch auf wenig Gegenliebe. Er sei überdimensioniert und mit 10 000 Euro auch viel zu kostspielig, zeigten sich mehrere Räte und Sitzungsbesucher einig.