Plätz l Der erste Spargel ist da! Und er landete bereits auf dem Tisch der Familie Heinl, praktisch als Test: „Super“, fiel das Urteil von Spargelbauer Klaus Heinl aus, der in der kommenden Woche mit den Arbeiten auf den Feldern rund um Plätz richtig loslegen wird. Und dann wird es auch nicht mehr lange dauern, bis die Spargelfans in das frische Edelgemüse hineinbeißen dürfen. Der Verkauf ist ab 12. März geplant.

Jeden Tag schaute Klaus Heinl in den Gewächshäusern nach dem Rechten. Schließlich rückte der 10. März immer näher. Jener Tag galt in der Vergangenheit als Startschuss der neuen Saison. Der erste Spargel blickte schon am Anfang dieser Woche aus der Erde hervor. Und deshalb machte sich auch ein Duo des Gutes Plätz sofort an die Arbeit, die ersten Stangen zu ernten. Noch ohne „Füchse“, aber mit Spargelmesser und Behälter, der recht schnell gefüllt war.

„So um den 8. März ist damit zu rechnen“, war der erfahrene Spargelbauer, der 1999 aus seiner fränkischen Heimat in die Altmark kam, nicht überrascht vom Zeitpunkt. „Er sprießt jetzt hervor, damit hat er die Länge von 25 Zentimetern erreicht“, sagt Klaus Heinl, der kürzlich seinen 60. Geburtstag feierte. In die Vollen geht es ab der kommenden Woche, mit kompletter Mannschaft und den als „Füchsen“ bezeichneten Spargel-Erntemaschinen.

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Nach der Spargelzeit ist vor der Spargelzeit: Gleich nach Saisonende beginnen die Planungen für 2021. Speziell die Absprache mit den Händlern und das Einholen der Zusagen für die Verkaufsstandorte sei unersetzlich. Dazu muss sich das Unternehmen auf ein schlagkräftiges Team verlassen können. Die Helferschar mit Leuten aus Rumänien und Polen wird in der kommenden Woche anreisen. Darunter sind einige, die zum Stamm der Vorjahre zählen, aber auch neue Arbeitskräfte, wie Heinl sagt.

Diese werden dann zunächst in den Gewächshäusern tätig sein. Und somit unabhängig von der Witterung. „Hier herrscht ein gutes Arbeitsklima“, weiß der Chef, der mit seiner Ehefrau Martina das Unternehmen leitet. Unter Folie sind Temperaturen um die 25 Grad. Diese kommen natürlich dem Spargel zugute. „Wärme ist das A und O.“ Deshalb rüstete Klaus Heinl schon vor einigen Jahren die Felder mit einem Tunnel-System aus, in dem die Abwärme aus den beiden Biogasanlagen gelangt. Somit werden die Felder auch „von unten“ mit warmen Temperaturen versorgt.

Die benötigten Arbeitskräfte für die Ernte-Zeit, die bis in den Juni hinein reicht und um die 110 Tage betragen wird, summiert sich auf rund 60. Spargelstecher, Helfer in der Spargelhalle, Auslieferungsfahrer... Nach der Ernte werden die Stangen in die Halle des Betriebes gebracht, dort gekühlt und sortiert. Und nachts verladen und zu den Zielorten gefahren, so dass „am nächsten Morgen die Halle wieder leer ist“, sagt Martina Heinl. Das Edelgemüse vom Gut Plätz wird in der Region zu erwerben sein, darunter auch in Osterburg und Stendal. Aber beispielsweise auch in der Schweiz.