Goldbeck l Die wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Goldbeck haben eine Wahl. „Es freut mich besonders, dass drei Kandidaten zur Auswahl stehen“, begrüßte amtierender Bürgermeister Gunnar Falk die Besucher und speziell das Trio, das auf den Bürgermeisterstuhl Platz nehmen will. Am Freitagabend nahmen Jürgen Lenski (71), Marion Eggert-Köppe (48) und Christian Masche (48) während eines von Verbandsgemeinde-Bürgermeister René Schernikau moderierten Forums zunächst in der Goldbecker Sporthalle Platz, um sich rund 50 Interessenten vorzustellen.

Verbandsgemeinde-Chef moderiert

Wie Schernikau im Vorfeld äußerte, habe er sich im Vorfeld mit den Kandidaten über die Grundthemen zu seinen Fragen verständigt. Einwohner konnten sich im Nachhinein an die Bürgermeister-Kandidaten wenden. Marion Eggert-Köppe, die in Goldbeck aufgewachsen ist, Bürokauffrau und Steuerfachgehilfin erlernte, habe in Goldbeck „eine schöne Kindheit“ erlebt und möchte als eventuelle Bürgermeisterin „etwas zurückgeben“, wie sie am Freitagabend betonte. Nach der Frage, welches Ehrenamt sie bisher ausgeübt hat, verwies die 48-jährige Goldbeckerin auf die Tätigkeit als Schul-Elternratsvorsitzende und auf die Arbeit als Wahlhelfer. Jürgen Lenski lebt seit dem Eintritt ins Rentenalter vor acht Jahren in der Altmark, ist seit August des vergangenen Jahres Eichstedter. Der gebürtige Rheinländer hat Lehramt (Biologie und Erziehungswissenschaften) studiert und war viele Jahre für eine Volkshochschule in Solingen als Fachbereichsleiter tätig. Der 71-Jährige engagiert sich in mehreren Vereinen, unter anderem als Vorsitzender der Altmärkischen Bürgerstiftung der Hansestadt Stendal, im Migrantenverein in Stendal, im Förderverein des Theaters der Altmark und im Vorstand des Fördervereins der St. Nikolaus-Kirche in Beuster.

Christian Masche, der den Kindergarten und die Schule in Goldbeck besuchte und mit seiner Lebensgefährtin in Petersmark wohnt, übte den Beruf des Groß- und Außenhandelskaufmannes aus. Der 48-Jährige ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Petersmark und war mehrere Jahre deren Leiter. Er engagiert sich zudem im Kulturverein im Ort, den er mit mehreren Petersmarkern aus der Taufe hob. Unter anderem kümmerten sich die Mitglieder um die „Bauernstube“ im Ort.

Masche sieht im Bürgermeister-Amt eine repräsentative Aufgabe für die Gemeinde. Ein „regelmäßiger Austausch“ mit den Ratsmitgliedern sei für ihn von großer Bedeutung. Deshalb müsse ein Bürgermeister die einmal im Monat stattfindenden Ratssitzungen akribisch vorbereiten. Ähnlich wichtig sei für den Petersmarker die Zusammenarbeit mit dem Verbandsgemeinde-Bürgermeister und mit der Verwaltung.

Kooperation mit der Gemeinde

Das sieht Jürgen Lenski ähnlich. Für ihn sei eine Kooperation mit der Verbandsgemeinde die Basis für die Umsetzung der im Rat gefassten Beschlüsse. Das „entscheidende Gremium“ sei für den Eichstedter der Gemeinderat, mit dem er konstruktiv zusammenarbeiten möchte. Das sei auch für Marion Eggert-Köppe ein wichtiger Bestandteil der Arbeit mit den anderen Ratsmitgliedern: konstruktiv und vertrauensvoll. Als Vorsitzende des Gemeinderates sei sie mitverantwortlich, „die Beschlüsse umzusetzen“, wie sie sagte. Die Goldbeckerin möchte „Ansprechpartnerin für alle“ sein. Wichtig sei für sie die Kindertagesstätte, die Schulen und die freiwilligen Feuerwehren. „Sie müssten erhalten bleiben und verbessert werden.“ Eggert-Köppe würde als Bürgermeisterin versuchen, „wieder einen Arzt anzusiedeln“. Die Fertigstellung der Zuckerhalle sei für sie ein ebenso wichtiger Punkt.

Lenski hätte sich die Hauptsatzung und die Geschäftsordnung des Gemeinderates besorgt und angeschaut sowie sich auch mit dem Haushaltsplan der Gemeinde vertraut gemacht. „Ich habe auch mit einigen Geschäftsinhabern gesprochen“, meinte der gebürtige Rheinländer. Als Naturfreund würde er auf mehr Grünflächen und Bäume setzen, Ladestationen für E-Autos einrichten und wieder für einen Jugendtreff sorgen.

Masche, für den auch die Schulen, Kita, Zuckerhalle und Sportplatz bedeutungsvoll sind, möchte, dass „die Gemeinde mit allen Ortsteilen weiter vorankommt“. Er würde die Bürgermeister-Tätigkeit als einen Hauptjob betrachten. Der Abbau von Schulden hätte für den Familienvater ebenfalls Priorität bei der Arbeit als Bürgermeister. Lenski sieht ein kleines Manko: „Ich bin nicht von hier. Das kann aber auch ein Vorteil sein“, meint er. Und Eggert-Köppe würde den Job bestmöglich machen, „weil ich meine Heimat liebe“, sagt sie.

Die rund 1000 wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Goldbeck wählen am kommenden Sonntag, 28. Februar, den neuen Bürgermeister. Eine eventuelle Stichwahl findet zwei Wochen später statt.