Seehausen l Nachdem es Dienstagabend sowie in der Nacht zu Mittwoch einige Male im wahrsten Sinn des Wortes noch richtig brenzlig wurde, weil die Flammen die Wipfel des Kiefernhochwaldes erreichten und gefährlich über den Köpfen der Feuerwehrleute die Kreisstraße 1020 zu überqueren drohten, war die Einsatzleitung am nächsten Morgen guter Hoffnung, das Schlimmste überstanden zu haben. Entwarnung gab es noch nicht.

Grund für die Vorsicht sind unzählige Glutnester in dem rund 50 Hektar großen Gebiet. Die aufgehende Sonne, heiße Asche, glimmendes Holz und auffrischender Wind könnten jederzeit wieder für neue Flammen sorgen, so Einsatzleiter Michael Märten auf Nachfrage.

In Spitzenzeiten zählten die Statistiker bis zu 150 Einsatzkräfte. Mit Ablösungen waren insgesamt rund 550 Feuerwehrleute aus der Ost- und West-Altmark sowie der Prignitz im Einsatz. Dazu über 75 Feuerwehrautos. Darunter über 20 Lkw mit Wassertank, die mit Hilfe durch die Polizei im Pendelverkehr über die B 189 die Löschwasserversorgung aufrecht hielten und Verstärkung von Landwirten sowie der DiBuKa GmbH Seehausen bekamen. Parallel dazu bauten die Wehren am Abend über rund vier Kilometer Länge zwei Schlauchstrecken von einem Brunnen bei Graepel bis zum Brandort auf, was später die Wasserversorgung stabilisierte und damit auch für eine erhebliche Entlastung sorgte.

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Gute Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit so vieler Kräfte klappte nahezu perfekt, schätzten Märten und der Seehäuser Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth ein. Und es sei zu merken gewesen, dass die Feuerwehren durch die Einsätze der jüngsten Zeit für dieses Großschadensereignis gut vorbereitet und motiviert waren. Beiden ist aber auch klar, dass sie viel Glück im Unglück hatten und nur knapp an einer ganz großen Katastrophe vorbeigeschrammt sind.

Für die Motivation sorgte „nebenbei“ auch die Johanniter-Unfallhilfe, die das leibliche Wohl der Einsatzkräfte im Fokus hatte. Das erste Trinkwasser, von dem ebenfalls große Mengen benötigt wurden, hatten die Seehäuser Feuerwehrleute gleich nach Einsatzbeginn selbst besorgt.

Verletzte durch das unmittelbare Brandgeschehen gab es nicht zu beklagen. Allerdings mussten drei Feuerwehrleute mit Kreislaufproblemen behandelt werden, was bei der Dauerbelastung und der Hitze nicht verwunderlich war.

Kloth warnte für die Zeit nach den Löscharbeiten dringend davor, den betroffenen Wald zu betreten, weil von der Hitze geschädigte Kiefern wegen der verbrannten Wurzeln ohne Vorwarnung umfallen können. Entsprechende Vorfälle hatte es schon bei den Löscharbeiten gegeben. Die Bahnstrecke war wie die Kreisstraße noch länger gesperrt. Die Straße wegen der Löscharbeiten, die Bahnstrecke, weil das Feuer die Oberleitung und Steuerungstechnik beschädigt hatte oder weil Bäume die Gleise gefährdeten.