Wischer l Tino Braune weiß an manchen Tagen nicht, wo er zuerst der Arbeit auf dem riesigen Gelände nachgehen soll. Am Strand ist er dabei, den Sand durchs Sieb „zu jagen“, damit er feiner wird. Auch in den Bungalows, auf dem Campingplatz oder an anderen Stellen des rund sechs Hektar großen Geländes inklusive Gewässer ist viel zu tun. Das wusste der neue Waldbad-Chef von Wischer auch schon vor der Unterzeichnung des Pachtvertrages mit der Kommune. Seine größte Motivation: „Die Leute sollen sich hier sehr wohl fühlen.“

Tino Braune freut sich über das Lob der Tages- und Übernachtungsgäste. Beispielsweise von einem Radler aus Berlin, der ursprünglich nur für eine Nacht sein Zelt aufbauen wollte. Am nächsten Morgen rief er Braune beim Frühstück zu: „Ich bleibe länger.“ Der sportliche Senior suchte Ruhe und Abgeschiedenheit – und fand sie auf dem idyllischen Areal. Das sei kein Einzelfall. Seit Januar hat Tino Braune im Waldbad das Sagen. Der Automechaniker-Meister suchte eine neue Herausforderung und konnte sich mit der Gemeinde, die auf der Suche nach einem neuen Pächter war, auf einen Vertrag einigen. „Früher war ich hier selbst sehr oft“, sagt der gebürtige Stendaler, der seit einigen Jahren in Hassel wohnt. Die Anlage habe ihn schon immer begeistert. Nun möchte der 38-jährige seine Ideen und Verschönerungsmaßnahmen realisieren. Und er hofft natürlich auf viele Badegäste in der seit einigen Tagen begonnenen Saison.

Priorität besaß im Frühjahr die Herrichtung des neuen Schotter-Weges parallel zur Straße vom Parkplatz zur Rezeption. Somit wurde der Haupteingang verlegt. Der Ort sei für Braune der bessere. Vor der Rezeption können Moped-Fahrer, Radler und behinderte Menschen ihre Autos, Kraft- und Fahrräder abstellen. „Zudem ist hier die neue Bushaltestelle.“ Schulklassen oder jene, die mit dem Bus anreisen, haben somit kurze Wege. Aber auch für die vom Parkplatz Kommenden sei die Strecke nicht länger als die bisherige.

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Der Weg ist fertig. Auch der von der Rezeption in Richtung Strand wurde auf Vordermann gebracht und mit einem Zaun geschmückt. „Das sieht doch viel einladender aus.“ Auch andere Neuerungen gibt es. Der FFK-Bereich wurde verlegt. Grund seien die Nachfragen nach einem Hundestrand gewesen, der sich auf dem Standort der ehemaligen FKK-Anhänger, die jedoch immer weniger werden würden, wiederfindet. Somit sind auch Hunde-Besitzer willkommen. Auch die „Nackedeis“ haben natürlich weiterhin ein Plätzchen im Waldbad.

Strand und Wasser sollen bei den Badegästen einen tadellosen Eindruck hinterlassen. Tino Braune macht sich sogar die Mühe, den Sand zu durchsieben, damit die größeren Steine herausgefischt werden können. Mit einem langen Besen reinigt er zudem desöfteren den vorderen Bereich im Wasser, dessen Temperatur er auf 17, 18 Grad schätzt. Ein Problem, das er möglichst schnell lösen möchte, ist die Sache mit einem fehlenden Imbiss. Der ist auf jeden Fall geplant. Der Waldbad-Pächter denkt dabei an einem Imbisswagen plus Betreiber zur Versorgung der Gäste. Unabhängig von der Gaststätte, die auch in neue Hände gegangen ist und einen Außenbereich bietet.

Sportmöglichkeiten (Bolzplatz, Volleyballfelder), eine große Fläche zum Grillen und Übernachtungsmöglichkeiten bereichern außerdem das Areal. Wer keinen Wohnwagen oder ein Campingzelt besitzt, sollte im Vorfeld nachfragen, ob ein Bungalow frei ist. „Die sind beliebt“, weiß Braune, der außerdem noch Mietzelte parat hat. Geplant sei zudem die Anschaffung von sogenannten Schlaffässern, um noch weitere Schlafplätze anzubieten.

Neu ist die von Tino Braune ins Leben gerufene „Wa-Ca-Wi“ -Abkürzung für Waldbad-Campingplatz Wischer. Diese bildet auch die Adresse im weltweiten Netz. Übrigens hat der neue Pächter auch die Preise gesenkt. Erwachsene zahlen vier Euro (ab 10 Uhr), Kinder die Hälfte. Ab 17 Uhr werden dann 2,50 Euro beziehungsweise ein Euro fällig.