Osterburg l Seit 2012 mangelt es im Stadtgebiet an einer öffentlichen Toi­lette, nun wird das Ärgernis erneut zum Thema in der Stadtpolitik von Osterburg. Der CDU-Fraktionschef Michael Handtke fordert die Kommune zum Handeln auf. Konkret sollen in den Osterburger Haushalt für 2021 insgesamt 5000 Euro eingestellt werden, um ein WC-Angebot in der Stadtpassage zu finanzieren. Handtke denkt dabei an eine seit längerer Zeit geschlossene Toilette des Rossmann-Marktes, die der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden könnte. Darüber soll Bürgermeister Nico Schulz (Freie Wähler) mit der Firma Rossmann verhandeln. Das für den Haushalt 2021 anvisierte Budget von 5000 Euro könnte für eine eventuelle Miete, als Nutzungsentgelt, oder auch für die Reinigung sowie Betreibung der Toilette verwendet werden.

Gehen die Planspiele mit der Rossmann-Toilette in der Stadtpassage nicht auf, will Michael Handtke alternativ das in anderen Kommunen gehandhabte Konzept der „netten Toilette“ forcieren. Die 5000 Euro könnten dann an Osterburger Geschäftsinhaber und Gastronomen fließen, die ihre Toiletten für die Öffentlichkeit anbieten.

In dem Antrag, den der CDU-Fraktionschef in dieser Woche an den Bürgermeister überreichte, setzt Michael Handtke auch eine konkrete Frist. Danach soll für ein öffentliches Toilettenangebot in der Osterburger Innenstadt innerhalb des ersten Halbjahres eine Lösung gefunden werden, die im Bau- und Wirtschaftsförderausschuss zu beraten sowie danach im Stadtrat zu beschließen sei.

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Findet die Initiative der CDU-Fraktion unter den Osterburger Stadtpolitikern eine Mehrheit, dürfte die Biesestadt noch in diesem Jahr wieder über ein öffentliches Toilettenangebot verfügen. Das war zuletzt 2012 der Fall. Damals machte das Rathaus das WC-Haus am Bahnhof dicht – wegen der ständigen Verschmutzungen und regelmäßigen Zerstörungen. Nachdem sich Einwohner in den Folgejahren immer wieder über das Fehlen einer öffentlichen Toilette im Stadtgebiet beschwert hatten, reiften im Osterburger Rat 2017 Pläne für ein neues WC-Gebäude. Für dieses „stille Örtchen“ visierte die Einheitsgemeinde den Verbinder zwischen dem Parkplatz an der Lindenstraße und der Stadtpassage an. Dort sollte das Toilettenhaus seinen Platz finden.

Vor allem aus Kostengründen, für das Projekt wurde eine Investitionssumme in Höhe von 150 000 Euro veranschlagt, blieben die damaligen Pläne vom Neubau eines WC-Gebäudes bisher aber nur auf dem Papier. Das dürfte nach Einschätzung von Michael Handtke vorerst auch so bleiben. Der Bau des Toilettenhäuschens werde kurzfristig nicht finanzierbar sein, sagt der Chef der CDU-Fraktion, der deshalb für ein öffentliches WC in der Stadtpassage oder alternativ die „nette Toilette“ wirbt.