Kossebau l Die meisten der rund 50 Mädchen und Jungen, die sonst in der Kossebauer Kinderertagesstätte „Wichtelhausen“ betreut werden, müssen in diesen Tagen zu Hause bleiben. Die Türen der Einrichtung öffnen sich nämlich nur für die Knirpse, deren Eltern im Zeichen der Corona-Pandemie durch ihre berufliche Situation einen amtlichen Anspruch auf die sogenannte Notfallbetreuung haben.

Auch wenn die Bedingungen in der jüngsten Verordnung vor einer Woche etwas gelockert wurden, bekommen die Erzieherinnen um Kornelia Krüger an der Kastanien-Allee 33 immer noch nur ein Dutzend ihrer Schutzbefohlenen zu Gesicht. Aber wenn in der Einrichtung wieder etwas mehr Normalität einzieht, werden auch die zurückkehrenden Kinder sowohl im übertragenen als auch im wahrsten Sinne des Wortes eine große, eigentlich sogar eine riesige Überraschung erleben.

Auf dem Spielplatz hinter dem Villen-Bau musste die in die Jahre gekommene Kletter-Kombination einer Nachfolgekonstruktion weichen, die in den zehn Kindereinrichtungen der Verbandsgemeinde Seehausen derzeit ihresgleichen suchen dürfte. Die Anlage, die vor ein paar Tagen von einer Fachfirma montiert wurde, ist eine Kombination aus Treppen, Leitern, Kletterwänden, „Hochseil“-Garten, Rutschen, Aussichtstürmen und anderem mehr, die räumlichen und phantasievollen Freiraum für viele abenteuerlustige Knirpse bieten, ohne dass sich die Kinder in die Quere kommen.

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Robinie sorgt für lange Haltbarkeit

Die tragenden Teile sind ebenso wie die einbetonierten Stützen aus Robinie. Die einheimische Baumart lockt im grünen Zustand im Frühjahr Bienen an, die aus dem Blütennektar einzigartigen Honig produzieren, zählt im zweiten Leben aber auch zu den Holzarten der Resistenz-Klasse 1, die ohne Imprägnierung überall im Außenbereich eingesetzt werden können, somit als einheimische Alternative für Tropenholz bekannt sind und damit für Kinderspielgeräte bestens geeignet sein sollen.

Die Konstruktion hat allerdings auch ihren Preis. Mit dem Aufstellen hat die Verbandsgemeinde Seehausen rund 30 000 Euro locker gemacht. Womit Bürgermeister Rüdiger Kloth keine Probleme hat, weil es sich um eine große Einrichtung handelt, weil die Wichtelhäuser lange auf einen Ersatz für ihre alte Kletterburg warten mussten und weil sich der Kita-Förderverein einmal mehr mit viel Elan auch in dieses Projekt einbringt. Sonst wäre das Vorhaben sicher nicht zu finanzieren gewesen.

Nachdem der übliche Frühjahrsarbeitseinsatz im März wegen der Corona-Pandemie ausfallen musste, trafen sich Mitglieder, hilfsbereite Eltern und Unterstützer die Woche über nach Feierabend in kleinen Gruppen unter den derzeit üblichen Sicherheitsvorkehrungen, um das alte Gerät abzureißen, die Fundamente zu bergen und die Baugrube für die neue Konstruktion auszuheben, blickt Vereinsvorsitzender Gert Reckling zufrieden zurück. Und erwähnt in dem Zusammenhang besonders den Boocker Kardiologen und Nebenerwerbslandwirt Jörg Mösenthin sowie dessen Familie, die schwere Technik für das Vorhaben bereitstellten.

Fallschutz aus Kies folgt dieser Tage

Derzeit fehlt für eine Inbetriebnahme noch der Fallschutz. Aber auch dafür sorgt der Förderverein in den kommenden Tagen mit Unterstützung hiesiger Firmen. So sponsert die Martin Ahle GmbH & Co. KG, die das Kieswerk in Heiligenfelde betreibt, den gewaschenen Spezialkies, der auf Dauer seine Lockerheit und damit die Funktionalität behält. Das Anfahren übernimmt „Höhe“-Bürgermeister Bernd Prange mit seiner Transportfirma.

Auch das soll noch erwähnt werden: Den Aushub nutzen Verein und Kita vor Ort, um Unebenheiten im Rasen zu beseitigen und das Gelände weiter zu modellieren. Und während der Energieversorger Hoyer mit Außenstelle in Kleinau einen Apfelbaum sponserte, der in der Nähe des neuen Spielgerätes einen Platz bekam, kultivierten die Knirpse ein Dutzend Kastanien. Die Bäume sollen später im beziehungsweise ums Dorf ausgepflanzt werden.