Osterburg l Mit den Jahren hat sich der nicht unumstrittene Standort des Weihnachtsmarktes zwischen Rathaus und St.- Nicolai-Kirche zwar allmählich etabliert. Die Resonanz war auch diesmal am vergangenen Wochenende überwiegend positiv. Die angestammten Händler aus der Region sowie der Prignitz, Klötze oder Genthin waren auch diesmal wieder gern mit dabei. Dennoch erwägen die Organisatoren im nächsten Jahr einen kompletten Umzug des Weihnachtszaubers auf den August-Hilliges-Platz. „Wir sind am Prüfen, aber die Idee nimmt definitiv Fahrt auf“, berichtete Guido Lenzner. Ausschlaggebender Grund sei dafür die zentralere Lage und die Platzmöglichkeiten. Auch die Einzelhändler in der Breiten Straße würden die Rückkehr und Nähe des Weihnachtsmarktes sehr begrüßen. „Man hat zudem die vielen Parkmöglichkeiten in der Nähe und die öffentliche Toilette kommt ja dann auch noch hin. Es ist ja schließlich auch ein Marktplatz“, unterstützt bespielsweise Rainer Moser die Idee. „Aber ob man an dem Standort auch mehr Umsatz erzielt? Ich weiß es nicht. Da gibt es sicher noch Diskussionsbedarf.“

Neptunbrunnen ersetzt keinen Weihnachtsbaum

Eine Besucherin des Marktes hatte weitere ergänzende Punkte für den Umzug parat: „Es müsste keine Straße mehr gesperrt werden und zudem gehört für mich auf einen Weihnachtsmarkt auch ein schöner Baum. Da ist ein zugedeckter und geschmückter Neptunbrunnen kein nennenswerter Ersatz.“ Ein abwechslungsreiches Programm gab es am ersten Adventswochenende auf dem angestammten Areal dennoch. Das für Freitagabend angekündigte Musiker-Duo „No Limit“ fiel zwar krankheitsbedingt aus. Dafür sprang Peter Wienke aus Wittenberge ein und unterhielt die Besucher mit Oldies und Weihnachtshits auf der Gitarre. Karl-Heinz Wiedemann hatte einen Bücherbasar im Rathaus aufgebaut und lud zum Stöbern und Kaufen ein. Am Sonnabend schaute der Weihnachtsmann höchstpersönlich vorbei und bezog die Kinder mit in sein unterhaltsames Programm ein. Das Kreismuseum schickte seine Besucher mit der Sonderausstellung „Die Wende in Osterburg“ drei Jahrzehnte zurück in die Vergangenheit. Auf dem Museumshof verkauften Mitglieder des Osterburger Fußballclubs (OFC) unter anderem Erbsensuppe und Soljanka. Andreas Langner vom DRK Stendal erklärte die Technik eines Rettungswagens und brachte die Funktion eines halbautomatischen Defibrillators näher. Zudem boten die DRK-Mitglieder Kaffee und Kuchen an. Die Nicolaibläser sowie Sandy, Zigge & Friends sorgten für musikalische Unterhaltung.

Der Sonntag wartete mit akrobatischen Einlagen des Zirkus Moreno auf. Cecile Sperlich beeindruckte vor allem mit ihren Darbietungen als Schlangenmädchen das Publikum. Neben dem Karussell erfreuten sich die Kinder auch am Eselreiten. Zum krönenden Abschluss avancierte die „Adventsmusik im Kerzenschein“ in der gut gefüllten St.-Nicolai-Kirche. Die Regionalkantorei sowie die Nicolaibläser präsentierten traditionelle Weihnachtslieder und die Besucher sangen kräftig mit. Für die eventuell benötigte Textsicherheit wurden Liedblätter auf den Rängen verteilt.

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Musikanten-Jubiläum machte sich bemerkbar

„Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem Wochenende. Der Samstagabend hatte aber einen leicht faden Beigeschmack“, resümierte Guido Lenzner. Grund: Zeitgleich zum Markt feierten die Osterburger Blasmusikanten in der ausgebuchten Lindensporthalle ihr 30-jähriges Bestehen. Das habe sich natürlich auf die Besucherzahlen des Weihnachtsmarktes ausgewirkt „und das merkten auch die Händler. Da wünsche ich mir für die Zukunft vonseiten der Stadt einfach eine bessere Koordinierung und Regelung der Terminvergabe“, so Lenzner, der sich abseits davon aber sehr positiv über die Unterstützung der Kommune äußerte: „Die Zusammenarbeit mit der Stadt hat reibungslos funktioniert.“