Osterburg l Der Verein hatte auf Empfehlung des Kreisvorsitzenden Manfred Meckel seine Teilnahme am Landeswettbewerb der Gartenfreunde, der unter dem Motto „Kleine Gärten – bunte Vielfalt“ läuft, angemeldet. Beim Gartenwettbewerb des Landkreises und der Volksstimme landete „Zur Erholung“ hinter Tangerhütte auf Platz zwei.

„Mit diesem Wettbewerb nun werden besondere städtebauliche, ökologische, gartenkulturelle und soziale Leistungen gewürdigt, mit denen Kleingärtnervereine über die Grenzen der Gartenanlage hinaus positive Impulse in das Wohnumfeld senden“, heißt es in der Ausschreibung. Zugleich würden mit dem Wettbewerb das bürgerschaftliche Engagement der Kleingärtner ausgezeichnet und die Öffentlichkeit auf die Leistungen und Wirkungen des Kleingartenwesens für die Gesellschaft aufmerksam gemacht. „Leider“, so Landesfachberater Rolf Möhrke, „haben sich nur 12 von 1800 Vereinen aus Sachsen-Anhalt für den Landeswettbewerb angemeldet.“

Unter Möhrkes Leitung war nun die Kommission – Herbert Lindner (Quedlinburg), Roland Vogel (Wernigerode), Hubertus Lettau (Naumburg), Karin Libbe (Schönebeck) und Jörg Isachsen von der „Gartenzeitung“ – nach Osterburg gekommen und mit offenen Augen und recht wissbegierig durch die beiden Bereiche des Vereins gegangen, begleitet von Heike Peters sowie den Vorstandsmitgliedern Paul Heim, Evelin Naumoff und Konrad Oefler. Man spürte, dass es erfahrene und mit dem Thema vertraute Fachleute waren. Als Vertreter der Stadt und um die Verbundenheit der Kommune mit den Gartenfreunden zu demonstrieren, war Ordnungsamtsleiter Matthias Frank erschienen. Es sei schade, dass vom Landwirtschaftsministerium, das ja mit Träger des Wettbewerbs ist, niemand mitgekommen sei, bedauerte Möhrke.

Die Wettbewerbsleistungen werden unter anderem nach solchen Kriterien beurteilt wie die städtebauliche Einordnung der Anlage und deren stadtklimatische Funktion, Umweltschutz und naturschutzfachliche Projekte, ökologische Strategien und Maßnahmen, soziale Projekte und bürgerschaftliches Engagement des Kleingärtnervereins, Planung und Gestaltung der Anlage, Gestaltung und Nutzung der Einzelgärten, Qualität und Krativität der Präsentation des Kleingärtnervereins und der Anlage bei der Begehung. Maximal können 100 Punkte erreicht werden.

Bevor die Begutachtung der beiden Anlagen begann, informierten sich Kommissionsmitglieder über den Verein. Auf privaten Pachtflächen befinden sich 138 Gärten, die in den beiden Anlagen mit einer Gesamtgröße von 68 000 Quadratmetern von derzeit 103 Kleingärtnern berwirtschaftet werden. Sieben Parzellen sind doppelt belegt; 25 Gärten suchen einen neuen Nutzer. „Die Bewerber stehen nicht Schlange“, sagte Möhrke. „Es ist gegenwärtig eine Zeit des Abschiednehmens von niveauvoller Kleingärtnerarbeit.“ Der Altersdurchschnitt im Osterburger Verein beträgt derzeit 70 Jahre.

Gartenpatenschaften über leerstehende Gärten, die Zusammearbeit mit dem Stendaler Verein Fakultas, der einige Leergärten bewirtschaftet, dessen Erträge Kinder- und Altenpflegeeinrichtungen, der Tafel und anderen Bedürftigen zugute kommen, können die Gartenfreunde in die Waagschale werfen. Positiv vermerkt wurden ebenfalls der Kleingartenwanderweg zwischen den Anlagen „Zur Erholung“ und „Aufbau“, die häufigen Besuche von Kita-Gruppen, Trockenbiotop, Insektenparadies, Heidegarten, die von den Kleingärtnern gesuchte Zusammenarbeit mit der Stadt wie beim jüngsten Stadt- und Spargelfest sowie die seit dem 5. Oktober 2016 an jedem Mittwoch stattfindenden geselligen Nachmittage mit Handarbeiten, Basteln, Kartenspielen und anderen Beschäftigungen, die Peters gleichzeitig als „Sprechstunde des Vorstands nutzt, wenn Bedarf ist“. In letzter Zeit hätten sich zwei junge kinderreiche afghanische Familien um Gärten beworben. „Wir sind erstaunt, wie fleißig sie sind“, sagte Peters.

Nach der Begutachtung aller zwölf Bewerberanlagen wird die Kommission am 8. August eine Auswertung vornehmen. Ende August könnte das Ergebnis feststehen, so Möhrke.